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34. Berufswettbewerb der deutschen Landjugend 2019 – Kreisentscheid 05.02.2019

Bei den Bestimmungsübungen war genaues Hinsehen gefragt. Beim Steckeranklemmen musste exakt gearbeitet werden.

Statt Klassenzimmer und Schulstoff galt es heute für die über 60 Schüler/innen des Ausbildungsberufes Landwirt/in spannende theoretische und praktische Aufgaben zu lösen. Das Berufsschulzentrum Alfons Goppel war Austragungsort für den Kreisentscheid des diesjährigen Berufswettbewerbes.

Nach der Eröffnung durch unseren Schulleiter Joachim Sagstetter und Kreisobmann des Bauernverbandes Michael Reck galt es für jeden von uns sein Wissen und Können in fünf verschiedenen Prüfungen unter Beweis zu stellen.

Im ersten Teil der schriftlichen Prüfungen konnte man mit gutem Allgemeinwissen über z.B. die Vor-und Nachkriegszeit, Erdkunde aber auch über Verkehrsregeln wichtige Punkte sammeln. Weiter ging es mit dem berufstheoretischen Teil, bei dem die Pflanzen-und Tierproduktion im Vordergrund stand.

In der Holzwerkstatt war dann technisches Geschick gefragt.  Ein von einem Beleuchtungskabel abgerissener Stecker sollte fachgerecht wieder angeschlossen werden.

Im Raum der Landtechnik mussten wir zeigen, wie gut wir uns mit Futtermitteln und Saatgut, aber auch mit verschiedenen Werkstoffen (Holz und Metall) auskennen. Aus allen drei Kategorien galt es insgesamt 20 Beispiele zu bestimmen.

Letzte Prüfung war ein kurzes Referat, welches wir zuhause vorbereiten mussten. Zur Auswahl standen zwei Themen.   Wir konnten entweder über unseren Praktikums-bzw. Ausbildungsbetrieb referieren oder uns damit auseinander setzen, welche Vor-und Nachteile ein Azubi hat, wenn er/sie auf dem Hof wohnt.

Gruppenbild der zehn Besten. Urkundenübergabe durch den Landrat.

Mit den Grußworten von Schweinfurts Landrat Herr Florian Töpper, Kreisbäuerin Maria Hoßmann und einem Gedicht, vorgetragen von Adolf Linhart, wurde die Siegerehrung eingeleitet.

Nach der Preisverleihung trug Anna Shuchurova (Klasse L 12) ihr Referat vor, da die Prüfer es als das Beste ausgewählt hatten. Dies ist besonders bemerkenswert, da die Schülerin erst vor kurzem aus der Ukraine nach Deutschland gezogen ist, um hier den Beruf des Landwirtes zu erlernen.

Für die besten zehn Teilnehmer des Kreisentscheides geht es im März zum Bezirksentscheid nach Schwarzenau, und wenn es gut läuft, danach noch weiter.

Text: Jana Breitenbach (BGJ)
Bilder: OStR Thomas Weidner

Landwirte bei John Deere und auf dem Karlshof

Gruppenbild im Showroom von John Deere. Herr Dörr führt über den Milchviehstall. Das Melkkarusell.

Am Dienstag, den 15.01.2019, führte die vorgezogene Abschlussfahrt der Klasse L12 nach Mannheim zur Firma John Deere und zum Karlshof nach Roßdorf.
Nach einer kurzen Wartezeit, wegen unseres „Stammzuspätkommers“, konnten wir in Begleitung unserer Lehrkräfte Herrn Weidner und Herrn Götz früh um 6:05 Uhr losfahren.

Unser Busfahrer Herr Linhart fuhr uns sicher und zum Glück staufrei nach Mannheim zu John Deere.

Dort wurden wir von unserer Werksführerin in Empfang genommen. Nach einer kurzen Stärkung stellte sie uns anhand eines Videos die Geschichte von John Deere in Amerika und Heinrich Lanz in Mannheim vor. In den 60er Jahren fusionierten die beiden Firmen zum größten Landtechnikhersteller weltweit.  Nach der Historie sahen wir in einer aktuellen Übersicht die weltweiten Standorte mit der jeweiligen Produktion. Beeindruckend ist, welche hohe Fertigungstiefe und Wertschöpfung am Standort Mannheim vorhanden ist. In der anschließenden Werksbesichtigung konnten wir das noch praktisch erleben.

Nach der Vorstellung bekamen wir unsere persönliche Schutzausrüstung, die aus Schutzbrille und Warnweste bestand. Zur besseren Kommunikation in den lauten Werkhallen wurden wir zusätzlich mit einem Audioguide ausgestattet.

Bei der Werksführung gingen wir den Weg der Schlepperproduktion von Grund auf nach. Im Getriebebau konnten wir die Fertigung der Zahnräder live verfolgen. Ein besonderes Highlight war das Räumen der Innenverzahnung von Zahnrädern mit einer sieben Meter langen Räumnadel.

Nach der Getriebeproduktion ging es zur Fertigungsstraße. Hier wird zuerst der Rahmen vormontiert und dann Achsen und Hubwerk angebracht. Dann folgt die Lackierung in einer hochmodernen Lackierstraße, in der verschiedene Lackschichten aufgetragen werden.

Auf dem Hauptmontageband werden im Vier-Minuten-Takt die jeweiligen Baugruppen montiert: Druckluft- und Hydraulikleitungen, der Motor, die Kabine und zuletzt die Räder. Pro Baugruppe arbeiten vier bis sechs Mitarbeiter nach dem Jobrotation-Prinzip.

Pro Tag werden in Mannheim zirka 160 Traktoren fertiggestellt. Interessant war zudem zu sehen, wie mit dem FIFO-Prinzip („first-in-first-out) die Fertigungsstraße bestückt wird. Das bedeutet zum Beispiel, dass die benötigten Schlepperkabinen in der Reihenfolge geliefert werden, wie sie auch im Band verbaut werden. Dadurch können Lagerkapazitäten gespart werden. Auch sehr sehenswert, wie sich die Mitarbeiter nach dem Pick-by-light-System (im Regal blinkt immer das Fach, aus dem das nächste benötigte Teil entnommen werden muss) ihre benötigten Materialien zusammensuchen. Dieses System hat den Vorteil, dass der Mitarbeiter nur die richtigen Teile zusammensetzt.

Im Anschluss an die Werksbesichtigung ging es in die Kantine zum Mittagessen, welches sehr gut schmeckte.

Als letztes besichtigten wir die Ausstellung und den Fanshop, wo wir uns von unserer Werksführerin verabschiedeten.

Auf der Heimreise besichtigten wir noch das Q-Land (Karlshof) in Roßdorf, einen besonderen Bauernhof zehn Kilometer südlich von Darmstadt. Wir wurden vom Betriebsinhaber Michael Dörr empfangen. Er schilderte uns wie sein Betrieb seit den 70er Jahren von zwei Hektar mit sieben Kühen auf seine heutige Größe von über 200 Hektar und rund 350 Milchkühen angewachsen ist. Bei einem Rundgang über den Hof konnten wir uns die Kuhherde, die Kälberställe, den Jungviehstall, die Biogasanlage und die hofeigene Futtermischanlage ansehen. Gemolken wird in einem 28er-Melkkarussell.

Michael Dörr erklärte sehr detailliert seinen persönlichen Weg. Er gab uns wichtige Tipps für unsere Betriebe zuhause, wie wir unsere Zukunftschancen erhöhen und Kosten bei Stallbauten einsparen können. Zum Abschluss gab es noch eine Rindswurst von hofeigenem Fleisch.

Nach planmäßiger Heimfahrt kamen wir gegen 21:00 Uhr wieder in Schweinfurt an der Berufsschule an. Ein Herzliches Dankeschön möchten wir auf diesen Weg an der Firma Nicklas Landtechnik richten, die uns die Werksbesichtigung organisierte und auch die Kosten hierfür übernahm. Ebenso bedanken wir uns bei Herrn Linhart und Herrn Weidner, da ohne ihr Engagement diese Abschlussfahrt nicht möglich gewesen wäre.

 

Text: Burkard Kippes (L12)
Bilder: OStR Thomas Weidner

Besuch der Messe EuroTier, Hannover

Moderne Abferkelbucht, die Freilauf der Sau ermöglicht..Am Freitag, den 16.11.18, fuhren die drei Landwirtschaftsklassen (BGL-LW, L11, L12), begleitet von  den Lehrkräften Frau Hoffmann und Herrn Götz, zur Messe „EuroTier“ nach Hannover.

Die Messe „EuroTier“ ist die weltweite Leitmesse für Tierhaltung. Sie findet alle zwei Jahre im Wechsel mit der AgriTechnica (Landtechnikmesse) in Hannover statt.

Wir starteten mit dem Reisebus in aller Früh um 4:30 Uhr in Schweinfurt an der Berufsschule. Ein weiterer Aufnahmepunkt war der Pendlerparkplatz in Oberthulba, wo gegen 5:00 Uhr die letzten Schüler zustiegen.

Auf der Hinfahrt gerieten wir leider in einen größeren Stau. So kamen wir erst um 10:15 Uhr an der Messe an, was den Beginn der Rückfahrt, wegen der gesetzlich erforderlichen 9-stündigen Ruhepause des Busfahrers, auf 19:15 Uhr verzögerte.

Über das riesige Messeareal bewegten wir uns in kleinen Teams, um uns über unsere Fachgebiete zu informieren.

In meiner Gruppe interessierten wir uns zunächst für Freilauf-Abferkelbuchten. Die verschiedenen Hersteller erklärten uns Details, Vor- und Nachteile und den aktuellen Stand der Forschung zum Thema „freies Abferkeln“. Anschließend besuchten wir die Hersteller von Weidezelten, besichtigten die verschiedenen Bauformen und loteten unsere Favoriten aus. Besonders interessant war, wie die verschieden Hersteller die Befestigungsmöglichkeiten der Planen lösten.

Als letztes begaben wir uns zu den Ständen für Pferdeeinstreu, speziell die Einstreupellets. Hier überzeugte uns ein schwedischer Hersteller wegen seines sehr guten Preis-Leistungsverhältnisses.

Nachdem die Messe bereits um 18:00 Uhr schloss, wir aber noch über eine Stunde Zeit hatten, beschlossen wir zum Abschluss noch eine Kleinigkeit zu Abend zu essen. Pünktlich um 19:15 Uhr starteten wir dann mit der Heimreise. Unterwegs musste der Busfahrer noch eine 45-minütige Lenkpause einhalten. Schließlich und endlich kamen wir nach einem sehr lehrreichen und interessanten Tag gegen 0:00 Uhr in Schweinfurt an.

Herzlich bedanken möchten wir uns bei den Lehrkräften Frau Hoffmann, Herrn Weidner und Herrn Götz für den sehr gut organisierten Ausflug, sowie bei unseren Busfahrer für die ruhige und bequeme Busfahrt.

Text: Burkard Kippes (L12)
Bilder: Noah Selbert (L12)

Baumpflanzaktion – Ein schöner Tag für den Naturschutz und für uns Landwirte

Der Bürgermeister beim ersten Spatenstich. Schülerinnen beim Anbinden eines Baumes.

Am Montag, den 16.04.2018,  trafen wir, die Landwirte des ersten und dritten Lehrjahres, uns in Dittelbrunn. Der Grund hierfür war eine schöne Aktion unserer Schule in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, denn es sollten zwei neue Streuobstwiesen angelegt werden, bei denen die Erhaltung alter Obstsorten eine ebenso große Rolle spielt, wie die Gestaltung des Landschaftsbildes. Zudem können wir so die Biodiversität nachhaltig fördern und Lebensräume auch für Nützlinge, wie z.B. den Steinkauz schaffen. Bei unserer Ankunft waren neben zwei Gemeindegärtnern auch Bürgermeister Willi Warmuth vor Ort, der uns begrüßte und sich für den Einsatz der Schülerinnen und Schüler bedankte.

Dann wurde uns von den Gärtnern erklärt, wie wir beim Pflanzen richtig vorgehen sollten und worauf zu achten sei. Dann ging es auch schon los! An markierten Stellen gruben wir mit Hilfe von Spaten und Schaufel Löcher in doppelter Größe des Wurzelballens aus. Bei der Tiefe legten wir unser Augenmerk auf den Veredelungsknoten des Baumes, denn dieser sollte über der späteren Erdoberfläche sein, um einen Schaden am Baum zu vermeiden. Dann stellten wir den Baum in die Mitte des Pflanzloches und gaben die Erde wieder zurück. Nachdem wir den Boden ordentlich festgetreten hatten erstellten wir mit der restlichen Erde noch einen Gießrand außen um das Pflanzloch herum, um ein Abschwämmen des Wassers zu vermeiden.  So können schneller große Mengen an Wasser gegossen werden, ohne dass das Wasser wegläuft.

Schüler bei der Pflanzarbeit. Schüler beim Einsatz der Pfahlramme. Schüler beim Aufstellen einer Sitzbank.

Als alle Bäume gepflanzt waren, gab es für uns eine Stärkung, Leberkäsebrötchen mit Getränken. Für diese nette Geste durch die Gemeinde Dittelbrunn möchten wir uns nochmal bedanken.

Danach zeigten uns die Gärtner, wo wir die Baumschutzpfähle richtig setzen sollten und wie man die Bäume daran richtig befestigt, damit man ein Umknicken beziehungsweise Auswurzeln bei starkem Wind oder Unwetter vermeiden kann. Zum Schluss gossen wir jeden Baum noch reichlich an, um ein leichtes und schnelleres Anwurzeln zu ermöglichen.

Somit ging für uns ein außergewöhnlicher und spannender Tag zu Ende, an dem wir Landwirte wieder mal zeigen konnten, dass uns ein schönes Landschaftsbild  und Naturschutz ebenso wichtig sind, wie unsere Landwirtschaft.

Wir möchten uns herzlich bei der Gemeinde Dittelbrunn bedanken, die uns diesen Tag ermöglichte, außerdem bei den Praxismeistern des BGJs, die uns zur Seite standen sowie unseren Lehrkräften Frau Sebold und Herrn Weidner.

 

Text: Stefanie Ascherl und Julian Göbel (BGJ)
Bilder: G. Landgraf (Mainpost), T. Weidner (OStR)

Die Bodenkundelehrfahrt – ein schönes Ereignis für alle Junglandwirte

Herr Weidner im Bodenprofil, im Wasser stehend. Schüler ziehen Handwagen mit notwendigen Utensilien. Genaues Studium der Bodenschätzungskarte.

Am Mittwoch, den 14.03.2018, war der morgendliche Treffpunkt des BGJs nicht wie gewohnt unser Klassenzimmer, sondern der Hof von unserem Mitschüler Michael Reinhard in Untereuerheim. Als alle Schüler um 08:30 Uhr vor Ort waren, packten wir noch den Handwagen mit den von Herrn Weidner mitgebrachten Utensilien, die wir für unsere Bodenexkursion benötigten. Nun ging es auch schon los zum ersten von insgesamt vier Profilen, die von Familie Reinhard freundlicherweise vorher mit Hilfe eines Baggers ausgegraben wurden.

Nachdem wir am ersten Bodenprofil angekommen waren, wurden zuerst die Standortbedingungen dieses Feldes wie z.B. Exposition, Höhenlage, Gefälle, Niederschlagsmenge und die Nutzung angesprochen. Um nun richtig ins Detail gehen zu können, schlüpfte Herr Weidner in die Gummistiefel und stieg in die zirka 1,5 Meter tiefe Grabung. Wir schauten uns Durchwurzelungstiefe, Regenwurmgänge, die verschiedenen Horizonte, das Ausgangsgestein, Bodenart sowie Bodentyp genauer an. Außerdem bestimmten wir noch den pH-Wert mit Hilfe eines pH-Meters, testeten mit Salzsäure ob frei verfügbarer Kalk vorhanden ist und schätzten dann die Bodenpunkte. Unseren Wert verglichen wir mit den Zahlen der mitgebrachten Bodenschätzungskarte aus dem Jahr 1961, einer Leihgabe des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Schweinfurt.

Nach einem kurzen Fußmarsch waren wir am zweiten Feld angekommen, um auch dieses genauer unter die Lupe zu nehmen. Eine große Besonderheit an diesem Feld ist der sehr sandige Boden. Familie Reinhard nutzt diesen eigentlichen Nachteil aber geschickt und baut hier hauptsächlich Spargel an, der mit dieser Bodenart sehr gut zurechtkommt.

Mit Wasser vollgelaufenes Bodenprofil. Die Bodenschätzungskarte. Schüler hat Ferkel auf dem Arm.

Beim dritten Profil war eine genaue Untersuchung leider nicht möglich, da sich dort Stauwasser vom Regen des Vorabends angesammelt hatte. Da nutzten auch die Gummistiefel nichts.

Am letzten Standort angekommen, fanden wir einen tonigen Boden vor, bei dem wir eine sehr scharfe Abgrenzung zwischen A- und B-Horizont erkennen konnten. Dies ist für die Pflanzen und damit auch für den Landwirt eine eher suboptimale Bedingung, für uns war es jedoch sehenswert.
Zum Schluss kamen wir beim Aussiedlerstall unseres Klassenkameraden an. Nach einer kurzen Vorstellung des gesamten Hofes entlang des im Fach Betriebsführung erarbeiteten Betriebsspiegels, besichtigten wir noch den Schweinemaststall mit insgesamt 400 Mastplätzen. Damit neigte sich dann auch ein spannender und lehrreicher Tag dem Ende. Bedanken möchten wir uns dafür natürlich bei Familie Reinhard, Herrn Weidner und dem freien Mitarbeiter der Mainpost Herrn Volz, der uns begleitet und einen Zeitungsartikel über unsere Bodenkundelehrfahrt verfasst hat.

 

Text: Stefanie Ascherl und Julian Göbel (BGJ)
Bilder: Luca Derlet (BGJ)

Informationsveranstaltung zu Auslandspraktika

Her Kaiser beim Vortrag.

Am Montag, den 05.03.2018, tauschten über 40 SchülerInnen der Klassen L 12, L 11, G 10 sowie der EuV 12 für zwei Schulstunden das Klassenzimmer gegen den Bio-Saal. Dort warteten zwei waschechte Landwirte, die im wahrsten Sinne des Wortes schon viel von der Welt gesehen haben. Zusammen mit Herrn Knall vom Deutschen Bauernverband stellten die beiden ehemaligen Auslandspraktikanten Herr Kaiser und Herr Hoßmann ihren Aufenthalt in Amerika beziehungsweise Australien vor.

Herr Knall referierte zu Beginn über die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für ein Auslandspraktikum. Er erläuterte, wie die Schorlemer Stiftung des Deutschen Bauernverbandes potentielle Interessenten bei der Planung und Durchführung ihres Praktikums unterstützt. Gerade im Hinblick auf Visum, Auslandskrankenversicherung oder bei der Suche nach einem geeigneten Betrieb sei die Hilfe sehr wichtig. Besonders deutlich wurde, dass man auf jeden Fall früh genug mit der Planung beginnen sollte, da doch eine immense Vorarbeit von Nöten ist.

Anschließend folgten die Vorträge der ehemaligen Auslandspraktikanten, die beide selbst Schüler am BSZ waren: Herr Kaiser, der in den USA war und Herr Hoßmann, der von seinen Erfahrungen in Australien berichtete. Die Schülerinnen und Schüler folgten ihnen gebannt, vor allem als die für hiesige Verhältnisse unvorstellbare Entsorgung von Plastikmüll oder Jauche zur Sprache kam. Nichtsdestotrotz wurde durch die lebendigen Erzählungen der beiden bei einigen Schülerinnen und Schülern ein wenig das Fernweh geweckt; auch sie wollen in Zukunft fremde Kontinente bereisen um dort ihre eigenen, prägenden Eindrücke zu sammeln. Dank dieser Veranstaltung wissen wir jetzt, wo wir Unterstützung erhalten und wie wir vorgehen müssen.

Text: Maximilian Groenen, L 12
Bild: T. Weidner, OStR

Lehrfahrt nach Einbeck zur Saatgutfirma KWS

Führung durch das Saatgutlager. Stadtführung.

Am Dienstag, den 12. Dezember 2018, fuhren wir, die Klasse L12, um 8.30 Uhr in Schweinfurt Richtung Einbeck los. Nachdem wir kurz hinter Oberthulba noch zwei Mitschüler eingesammelt hatten, kamen wir trotz unseres zuverlässigen Fahrers aufgrund eines kleinen Staus etwas verspätet bei der Firma KWS an. Dort wurden wir vom Berater Wolfgang Ritter sehr nett begrüßt und zu einem leckeren Mittagessen eingeladen.

Danach begann unser eigentliches Programm. Zuerst wurde uns die Firma KWS, die es schon seit 1856 gibt, von Herrn Gellermann vorgestellt. Der ursprüngliche Firmensitz des Saatgutherstellers war in Klein Wanzleben, in Sachsen-Anhalt. Daher auch der Name KWS: Klein Wanzlebener Saatzucht. Seit 1945 hat sie ihren Sitz in Einbeck.

Den größten Umsatz macht die Firma in Europa und Nordamerika. Jährlich gibt es ungefähr 400 Zulassungen für neue Sorten (hauptsächlich Getreide, Mais und Zuckerrüben). Das Unternehmen hat insgesamt 4900 Mitarbeiter, in Deutschland sind es etwa 2000, auch viele Landwirte.

Nachfolgend erklärte uns Herr Ritter genauer, wie die Saatgutgewinnung von Mais funktioniert. Bei der Vermehrung werden zwei unterschiedliche Linien Basissaatgut (Zahnmais für Ertrag und Hartmais für Kältetoleranz) zeitlich versetzt in Reihen gesät, und zwar im Verhältnis 4:2:1. Dabei sind die ersten vier Reihen Mutter- und die letzten drei Reihen Vaterpflanzen. Der zeitliche versetzte Saatzeitpunkt sorgt für unterschiedliche Blühzeiträume bei den Vaterpflanzen. Dadurch wird die vollständige Befruchtung der Mutterpflanzen gewährleistet. Bei den Mutterpflanzen muss die Fahne, das männliche Blütenorgan, entfernt werden, damit keine Selbstbefruchtung stattfinden kann. Die Fahnen werden maschinell abgeschnitten. In sechs bis zehn Arbeitsgängen wird per Hand nachgearbeitet, um nicht erfasste oder sich später entwickelnde Blütenorgane sicher zu beseitigen. Nach der Fruchtbildung werden die Kolben der Mutterpflanzen geerntet, wenn sie noch feucht sind. Dadurch ist gewährleistet, dass die Körner fest am Kolben sitzen und die Ernte möglichst unbeschadet überstehen. Dann wird der Kolben entliescht, d.h. die äußeren Blätter um den Kolben entfernt, und bei 38°C getrocknet. Die Körner können darauf abgerebelt werden. Diese werden dann kalibriert, d.h. nach Größe sortiert. Es gibt zwei Größenklassen: S (small) und B (big). Nach diesen wird das Saatgut sortiert. Danach wird es mit Insektiziden und TMTD gebeizt, bevor es abgesackt, palettiert und an die Fachhändler geliefert wird. Dabei unterliegt das Saatgut einer ständigen Qualitätssicherung und Kontrolle.

Kälteschockraum hinter Glas. Bio-Technikum: Visualisierung der Herstellung von Hybrid-Saatgut. Fahrsimulator im PS-Speicher.

Der nächste Programmpunkt war eine Führung über das Betriebsgelände und insbesondere durch das Gewächshaus. Eine junge bio-technische Laborantin zeigte uns dort die verschiedenen Stationen der Zuckerrübensaatgutproduktion. Auf dem Areal gibt es Büros, ein Bio-Technikum, Forschungs- und Entwicklungsgebäude sowie ein Haus für Marketing und den Vertrieb.

Bei der Saatgutgewinnung von Zuckerrüben wird die Pflanze zunächst durch die Entfernung der Staubbeutel „kastriert“. Dann wird sie durch einen Kältereiz zum Schossen und damit zur Samenbildung angeregt. Ist diese abgeschlossen kann das Saatgut geerntet werden. Da der Zuckerrübensamen sehr unregelmäßig geformt ist, wird er nach Reinigung und Aufbereitung (Polieren) in die Form einer Pille gebracht. Dafür wird als erstes eine fungizide Schicht aufgebracht, dann eine Hüllmasse, nochmals eine insektizide und fungizide Schicht und zum Schluss die Pigmentschicht in der für die KWS typischen orangen Farbe, die auch als Schutz gegen Abrieb der Pflanzenschutzmittel fungiert. Diese Pillen sind alle monogerm, das bedeutet, aus einer Pille entsteht genau eine Pflanze. Besonders interessant war dann die Abpackanlage des Zuckerrübensaatgutes, wo die Führung über das Gelände endete.

Nach dem Einchecken im Hotel ging es gleich weiter zum Abendessen in eine Pizzeria. Zurück in unserer Unterkunft saßen wir noch ein bisschen zusammen und konnten so Herrn Ritter noch weitere Fragen stellen.

Nach dem Frühstück am nächsten Tag hatten wir eine Stadtführung. Einbeck ist eine sehr hübsche Stadt, die von einer jahrhundertealten Bierbrautradition geprägt ist. Die Innenstadt besitzt im Kern einige Straßenzüge, die nur aus Fachwerkhäusern des späten Mittelalters bestehen, reich verziert und bunt bemalt sind. Die Führung endete direkt am PS-Speicher. Das ist ein Museum mit einer großen Sammlung von hauptsächlich Zweirädern und anderen Fahrzeugen. Von der Entstehung des Fahrrads bis hin zum modernen Motorrad, einem Nachbau des ersten Automobiles von Carl Benz aus dem Jahr 1886 war unheimlich viel zu bestaunen. Außerdem ist die Ausstellung sehr schön und interaktiv gestaltet.

Insgesamt war es eine sehr gelungene Lehrfahrt, zwei schöne und informative Tage, mit denen alle sehr zufrieden waren. Besonderer Dank nochmal an Herrn Ritter und die Firma KWS, die uns eingeladen haben, so dass für uns nur die Kosten für den Bustransfer entstanden sind.


Text: Paula Opel (L12)
Bilder: Julian Schaub (L12), OStR T. Weidner

Agritechnica – Ein großes Erlebnis für alle Landwirte

Agritechnica von oben. Mähdrescher mit riesiger Arbeitsbreite.

Wie alle zwei Jahre traf sich auch in diesem Jahr die Welt der Landtechnik zur Agritechnica in Hannover. Dort wurden die Neuheiten rund um den Ackerbau von zirka 2800 Ausstellern aus 53 Ländern präsentiert.

Zu den 450.000 Menschen, die in diesem Jahr die Ausstellung besuchten, gehörten natürlich auch wir, die drei Landwirtschaftsklassen des BSZ Alfons Goppel.

Herr Weidner im Fachgespräch.

Am 14.11.2017 machten wir uns schon am frühen Morgen mit dem Bus auf dem Weg nach Hannover. Nach einer kurzen Pause an einem Rastplatz ging es weiter auf den dicht befahrenen Straßen. Nachdem der Bus auf dem Messegelände seinen Parkplatz gefunden und wir das Getümmel im Eingangsbereich überstanden hatten, ging es auch schon los mit dem Staunen.

Auf der landwirtschaftlichen Fachmesse zeigten viele Aussteller ihre neu entwickelten Systeme und Maschinen zum allerersten Mal live. Außerdem gab es sehr viele Fachvorträge wie zum Beispiel: „No risk, no farm – Verantwortung übernehmen auf dem eigenen Betrieb“ oder „Die neue Düngerverordnung“. Hier konnten wir sehr viele wissenswerte Informationen gewinnen. Ein weiteres großes Highlight war der „StalkBuster“ der Firma Kemper. Mit dieser Neuentwicklung ist es erstmals möglich die Maisstoppeln, in denen die Raupe des Maiszünslers überwintern kann, vollständig zu zerstören. So möchte man ein Absterben des Schädlings erreichen, um die Qualität des Maises im Folgejahr stabil zu halten bzw. wieder zu erhöhen. Diese Erfindung wurde mit der Goldmedaille des Innovation-Awards der Agritechnica ausgezeichnet.

Ein weiteres großes Thema war der Pflanzenschutz. Hierbei wurden viele verbesserte oder gar komplett neue Techniken der Elektronik und Sensoren vorgestellt und demonstriert. So ist es immer besser und genauer möglich Pflanzenschutzmittel exakt dosiert und teilflächenspezifisch auszubringen.

Nachdem wir um einiges reicher an Fachinformationen waren, ging es gegen 19:00 Uhr wieder los in Richtung Bayern. Auf der Rückfahrt wurden noch einige Eindrücke zwischen den Schülern ausgetauscht. Gegen 23:00 Uhr trafen wir, die erschöpften aber auch rundum zufriedenen Schüler und Lehrer, wieder in Schweinfurt ein.

Text: Stefanie Ascherl, BGJ
Bilder: Maximilian Groenen, L 12 , Carsten Schneider (privater Lehrfahrtteilnehmer)

Besuch des BGJs auf Schloss Gut Obbach

Herr Schreyer erklärt den Baufortschritt zum neuen Getreidelage.

Am 08.11.2017, um 8:30 Uhr morgens, trafen wir uns nicht wie gewohnt im Klassenzimmer, sondern am Schloss Gut Obbach. Denn heute wollten wir das Anwesen gemeinsam mit unseren Lehrern Herrn Weidner, Herrn Götz und Herrn Trost besichtigen. Pünktlich begrüßte uns Herr Bernhard Schreyer, Betriebsleiter des Gutes, und führte uns in ein kleines, als Schulungsraum, umgebautes Gebäude.

Dort bekamen wir eine ausführliche Präsentation über Zahlen und Fakten zur ökologischen Landwirtschaft von Herrn Veller, einem Vertreter der FIBL, der extra für uns aus Frankfurt angereist war. FIBL steht für Forschungsinstitut für biologischen Landbau, eine Organisation, die sich der Förderung des ökologischen Landbaus verschrieben hat. 

Anschließend wurde das Thema von Herrn Schreyer anhand des eigenen Betriebes vertieft. Dort werden 245 ha Ackerland, 11 ha Grünland mit Streuobst und 15 ha Wald mit nur 3 Arbeitskräften bewirtschaftet. Durch die geringe Entfernung nach Schweinfurt (nur 10 km) hat Obbach eine relativ zentrale Lage und somit eine gute Vermarktungsmöglichkeit für die Ernteprodukte, die zusätzlich auch über den hofeigenen Dorfladen verkauft werden.

Nach den beiden Vorträgen zogen wir unsere Jacken und Mützen wieder an, um uns für die nun anstehende Betriebsführung nach draußen zu begeben. Beim Rundgang über den Hof ging Herr Schreyer auch auf dessen bauliche Entwicklung in Zusammenhang mit seiner Geschichte ein. Stolz zeigte er uns die selbst erzeugten Bio-Kartoffeln, die in separaten Garagen in speziellen Kisten gelagert werden. Aktuell erinnert das Gelände eher an eine Großbaustelle, da eine zweite Hallenanlage mit Gosse und Silos gebaut wird, um mehr Getreide einlagern, reinigen und verkaufen zu können.

Mit Abschluss der Führung über das Betriebsgelände, begann ein Felderrundgang. Als erstes begutachteten wir einen Kleegrasschlag und diskutierten kurz über die Abfuhr der Silage und über die richtige Fruchtfolge, einem außerordentlich wichtigen Thema in der ökologischen Landwirtschaft. Danach gingen wir weiter zu einem frisch gesäten Weizenfeld. Dort konnten wir sehen, dass trotz „Bio“ nicht viel Unkraut auf dem Feldstück vorhanden ist. Und sollte es doch einmal durchdringen wird der Acker mit dem Striegel bearbeitet und das Unkraut so bekämpft.

Die Begutachtung der Flur fand an der Maschinenhalle des Gutes ihr Ende. Dort stellte uns Herr Schreyer die verschiedenen Maschinen vor, die zur Bodenbearbeitung  und Unkrautbekämpfung zum Einsatz kommen. Während der Erläuterungen stieß Herrn Schreyers Frau zu uns. Als alle Unklarheiten geklärt waren erläuterte Frau Schreyer ihren Aufgabenbereich im Gut Obbach. Sie ist zuständig für die Streuobstanlage auf der Aprikosen angebaut werden, was für unsere Gegend aufgrund der Winter doch relativ ungewöhnlich ist. Die Erklärungen über das Streuobst waren sehr ausführlich und auch interessant. Hier zeigte sich, dass auch „Bio“ nicht immer ohne „Spritzen“ auskommt: Um vor allem während der Blüte Pilzinfektionen zu verhindern, ist die Anwendung einer Kupfersulfatlösung kaum zu  vermeiden. Allerdings wird in der ökologischen Landwirtschaft wesentlich strenger reguliert und es kommen keine chemisch-synthetischen Mittel zum Einsatz.

Zurück am Gut Obbach bekamen wir noch einen Einblick in den hofeigenen Dorfladen, in dem es keine Bedienung oder Arbeitskraft gibt. Es läuft alles über Vertrauensbasis zu den Käufern. Jeder nimmt sich seine Waren selbst, wiegt ab und zahlt in eine offene Kasse. Wir fragten uns, und Herrn Schreyer, ob das nicht zu riskant sei. Der Betriebsleiter erwiderte ohne Umschweife, dass es noch nie zu größeren Diebstählen oder Ähnlichem gekommen sei und das Geschäft tadellos laufe.

Am Ende bedankten sich die drei Lehrkräfte zusammen mit den Schülern für den ausführlichen Rundgang und informativem Tag am Gut Obbach bei Herrn Schreyer, seiner Frau Petra Sandjohann und Herrn Veller. Auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank.

Text: Julian Göbel, BGL
Bild: Carsten Veller, FIBl

Bodenkundelehrfahrt des BGJs-Landwirtschaft

Dr. Rückert bei der Ansprache des Bodenprofils. Begutachtung des Standorts anhand der Bodenschätzungskarte.

Am 09.03.2017, um 8:00 Uhr morgens, trafen wir uns nicht wie sonst im Klassenraum, sondern am Wendehammer vor dem Berufsschulzentrum. Von dort fuhren wir zu drei Höfen unserer Mitschüler, um diese zu besichtigen und gemeinsam mit unserem Lehrer Herrn Weidner und Herrn Dr. Rückert, einem promovierten Geologen, Bodenprofile zu beurteilen.

Zuerst fuhren wir zirka 20 km nach Wagenhausen im Landkreis Haßfurt zum Betrieb unseres Mitschülers Hannes Klement. Nach kurzem Fußmarsch erreichten wir das Bodenprofil. Nach Ansprache der Umgebung wie Höhenlage, Exposition (Ausrichtung nach der Himmelsrichtung), Jahresniederschlagsmenge und Jahresdurchschnittstemperatur gingen wir zur Beurteilung des eigentlichen Profils über. Die unterschiedlichen Schichten werden Horizonte genannt. Über deren Abfolge und Eigenschaften lässt sich der Bodentyp bestimmen. Wir hatten es mit einer Para-Braunerde zu tun. Wichtig ist auch die Bonität, die Güte, des Bodens. Diese wird nach Punkten von höchstens 102 bis mindestens 7 eingeteilt. Mit einer Bodenzahl von etwa 48 war der anstehende Boden für die Region ein ganz guter Ackerstandort.

Anschließend bekamen wir eine Führung über den Hof. Der Betrieb Klement hat eine Mutterkuhhaltung und 2.400 Legehennen, deren Eier direkt vermarktet werden. Beeindruckend war auch der neu zugekaufte Zuchtbulle mit seiner starken Bemuskelung. Nach einem kurzen Kaffeeumtrunk – an dieser Stelle nochmal danke für die Einladung – ging es weiter.

Als nächstes besuchten wir ein Bodenprofil etwas außerhalb der Gemeinde Bundorf. Hier war der Bodentyp Braunerde mit einer Bodenzahl von 50 anzutreffen. Es handelt sich um ackerbaulich gute Standorte. Der Boden vor Ort hatte eine Neigung von 6-7 %. Das lässt den Landwirt aufhorchen, der bei solchen Verhältnissen mit einer Zwischenbegrünung reagiert, um Bodenverluste durch Erosion zu verhindern.
Nach der Beurteilung des Bodens und der kurzen Fahrt zur Betriebsstätte, bekamen wir von unserem Mitschüler Benedikt Wolf eine Führung über den elterlichen Milchviehbetrieb. Besonders beindruckt waren wir vom neuen Milchviehstall für 300 Tiere. Live mitanschauen dürften wir die Arbeit der beiden Melkroboter, die dem Landwirt die tägliche Melkarbeit abnehmen.
Anschließend luden uns die Eltern von Benedikt zu einer Brotzeit mit Brötchen und Wurst ein. Danke.

Hannes bei der Vorstellung seines Hofes. Der Melkroboter in Aktion. Brotzeit in den Sozialräumen auf dem Hof Wolf.

Als letztes fuhren wir ein Bodenprofil in der Nähe der Ortschaft Sulzfeld an. Hier trafen wir auf einen sehr tonhaltigen Boden mit einer Bodenzahl um die 44. Hier war die klassische Aufteilung des Bodens in die drei Horizonte, A, B, und C gut zu erkennen. Der Bodentyp hieß Pelosol. Aufgrund seines hohen Tongehaltes ist der dichte Boden sehr schwer zu bearbeiten und das nur bei einer bestimmten Bodenfeuchte. Wegen dieses kurzen Bearbeitungszeitraumes nennt man solche Standorte auch Minutenböden.

Zum Abschluss führte uns unser Mitschüler Moritz Eckert über den ökologisch wirtschaftenden Nebenerwerbsbetrieb seiner Familie in Sulzfeld. Interessiert folgten wir seinen Ausführungen zur Schafhaltung. Moritz baut auf die besonders genügsame Rasse des Dorperschafes, das eine besonders gute Fleischqualität aufweist. Seine Schafe werden vorwiegend zur Landschaftspflege eingesetzt, das heißt zur Offenhaltung von Flächen, die mit technischem Gerät schlecht zugänglich sind und sonst verwalden würden.
Auch bei Familie Eckert wollen wir uns für die Betriebsführung und den angebotenen Umtrunk herzlich bedanken; leider waren wir knapp dran, und konnten auf das Angebot nicht mehr eingehen, da einige Schüler wegen der Abfahrtszeiten ihrer Züge und Busse zu vorgegebenen Zeiten in Schweinfurt sein mussten.

Die Bodenkundelehrfahrt mit den Betriebsbesichtungen war sehr interessant. Lehrreich war vor allen Dingen, wie ein Bodenprofil angelegt sein soll, wie die verschiedenen Bodentypen bestimmt werden und welche Eigenschaften sie haben. Besonderer Dank geht auch an Herrn Dr. Rückert, der sich die Zeit genommen hat uns bei der Begutachtung der Bodenprofile zu unterstützen.

Text: Lorenz Ofenhitzer, BGJ Landwirtschaft
Bilder: StRefin T. Schilling und Hannes Klement, BGJ Landwirtschaft

Berufswettbewerb der jungen Landwirte

Gruppenbild der 11 Bestplatzierten mit den Honoratioren. Schüler arbeitet konzentriert beim Anfertigen des Flaschenöffners.

Frühmorgens am 7. Februar 2017 trafen über 70 Schüler aus dem BGJ, sowie der 11. und 12. Klasse Landwirtschaft an unserer Schule zusammen, um den 33. Kreisentscheid im Berufswettbewerb der Landwirte zu bestreiten. Dieser findet alle 2 Jahre am BSZ Alfons Goppel und im ganzen Land statt und stellt die zukünftigen Unternehmer vor vielfältige Aufgaben, die in vorgegebener Zeit zu lösen sind.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Schulleiter OStD Rainer Schöler und Herrn Konrad Klein vom Bayerischen Bauernverband machten wir uns alle auf den Weg, um die Aufgaben an den vier verschiedenen Stationen zu erledigen. Hierfür hatte jeder einen Laufzettel mit seinen Uhrzeiten, wo er wann sein müsse, erhalten.
An meiner ersten Station wurden die rhetorischen Fähigkeiten geprüft, als es darum ging, ein Referat vorzutragen. Wir hatten die Wahl zwischen der Vorstellung unseres Ausbildungsbetriebes oder der Frage nachzugehen, ob „WhatsApp- Fluch oder Segen?“ sei. Die Themen waren bereits im Vorfeld bekannt und wurden dann mithilfe von PowerPoint, Plakaten oder anderen Medien präsentiert.
Danach ging es in der Landtechnikhalle darum sein Wissen im Bereich von Futtermitteln, Sämereien und Werkstoffen unter Beweis zu stellen. Auf 20 Schälchen verteilt fanden sich verschiedene Stoffe und Materialien, die benannt und in Kategorien eingeordnet werden mussten.
Anschließend folgte der theoretische Teil des Wettbewerbs: In der 75-minütigen schriftlichen Prüfung wurde von der Benennung der Bauteile des Pfluges bis hin zum Erkennen umschriebener Märchen (z.B. „Enkelkind besucht Oma mit Picknickkorb.“) eine breite Palette an Wissen abgefragt. Außerdem musste die Größe eines Güllelagerbeckens auf mathematischem Weg bestimmt werden. So mancher Schüler freute sich sicher auf eine kleine Erholung beim darauffolgenden Mittagessen.
Am Nachmittag ging es gut gestärkt in der Metallwerkstatt um praktisches Können. Dort musste aus zwei Muttern und einer Schraube ein Flaschenöffner hergestellt werden. Dabei war jedem Schüler ein Prüfer zugeordnet, der die Arbeit bewertete und bei Fragen helfend zur Seite stand. Die Funktion wurde dann an einer Spezi-Flasche ausgetestet, die nach erfolgreichem Einsatz des selbstgebauten Öffners, umso besser schmeckte.
Am späteren Nachmittag, nachdem die Prüfer alle Tests ausgewertet hatten, folgte schlussendlich die Siegerehrung, wozu zahlreiche Vertreter aus Politik und von verschiedenen Verbänden erschienen waren. Auch der Schweinfurter Landrat Florian Töpper beehrte uns mit seinem Besuch. Außerdem hatten viele regionale Unternehmen Preise gespendet, sodass neben den gewonnenen wertvollen Erfahrungen auch alle noch ein Geschenk mit nach Hause nehmen konnten.

Das Auswertungsteam im EDV-Raum. Schüler bei der Bestimmungsübung. Schüler beim Aussuchen der Preise.

Am 23. März geht es nun für die 11 besten Teilnehmer weiter zum Bezirksentscheid nach Schwarzenau, wo sie dann gegen Berufsschüler aus ganz Unterfranken antreten werden. Wir wünschen unseren Schweinfurter Mitschülern dabei viel Erfolg.

Text: Christian van Eckert, BGJ Landwirtschaft
Bilder: StR T. Weidner

Ausflug in das Südzucker-Werk Ochsenfurt

Bild einer der beiden Gruppen mit Schutzausrüstung. Schüler beim Beurteilen der Grassilage.

Am 28.11.2016 fuhren die angehenden Landwirte der Klassen L11 und L12 mit dem Bus nach Ochsenfurt, um dort das Südzucker-Werk zu besichtigen.

In Ochsenfurt angekommen wurden die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt und mit Schutzkleidung ausgerüstet (Helm und Warnweste). Während der Führung konnten die Schüler sämtliche Verarbeitungsschritte von der Anlieferung der Zuckerrüben über die Rübensaftherstellung bis hin zur Nebenproduktherstellung, wie zum Beispiel Zuckerrübenschnitzel, die als Futtermittel dienen, erkunden.

Die Südzucker AG hat in Deutschland insgesamt 9 Standorte, wobei an manchen Standorten nicht mehr nur Zucker hergestellt wird, sondern auch Stärke oder Fruchtsaftkonzentrate.

Das Werk in Ochsenfurt ist das zweitgrößte Werk Deutschlands und verarbeitet währende der Kampagne (=Fachausdruck für die Zeit, in der die Rüben geerntet und verarbeitet werden, etwa von September bis Januar) am Tag 14.800 Tonnen Rüben zu Zucker. Die Fabrik läuft in diesem Zeitraum sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Das Werk erzeugt jährlich zwischen 220.000 und 340.000 Tonnen Zucker aus rund 1,1-1,7 Millionen Tonnen angelieferten Zuckerrüben. Die benötigten Rüben für das Werk in Ochsenfurt werden von zirka 4.000 Landwirten angebaut.

Am Standort Ochsenfurt wird vor allem kristalliner Zucker in loser Form für die Lebensmittelproduktion in der Region hergestellt, aber auch Weißzucker, Raffinade, flüssige Zucker und Puderzucker für die Lebensmittelindustrie werden produziert. Fertig für den Einzelhandel wird Würfelzucker in Glücksformen (z.B. Kleeblätter oder Schweinchen) hergestellt und abgepackt.

Zudem fallen als Nebenprodukte, die den Zuckerrüben liefernden Landwirten zur Verfügung stehen, Futtermittel wie zum Beispiel Melasse oder Rübenschnitzel aber auch Carbokalk, der als Dünger verwendet wird, an.

Im Anschluss an die Werksbesichtigung fuhren die Schüler noch auf den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Schnaz, um dort noch praktische Erfahrungen in der Tier- und Futtermittelbeurteilung zu sammeln. Hierfür durften die Schüler das Fundament, Rahmen und Bemuskelung der  Fleckviehkühe des Betriebs einschätzen und beurteilen. Bei der Futtermittelbeurteilung hatten die Schüler die Möglichkeit Gras- und Maissilage (was das Grundfuttermittel in der Rinderhaltung ist) auf Farbe, Geruch und Beschaffenheit zu prüfen.

Ein sehr gelungener Tag, der wieder einmal gezeigt hat, wie vielfältig, wichtig und abwechslungsreich die Aufgaben von uns Landwirten sind.

Text: Sophie Kroll, L 12
Bilder: T. Weidner, StR

Fahrt zur Eurotier 2016 nach Hannover

Gewinnerfoto: Klasse mit dem Spruch "Auf geht´s zur Eurotier BGJ-Schweinfurt". Zwei Rinder auf der Bühne.

Alle zwei Jahre besuchen zehntausende Menschen die Eurotier in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover, die weltweit größte Fachausstellung für Tierhaltung und Tiermanagement. Diese wechselt sich jährlich mit der noch bekannteren Agritechnica ab, welche wieder im November 2017 stattfinden wird. Die weltgrößte Messe für Landtechnik ist ebenfalls ein „Muss“ für jeden eingefleischten Landwirt.

Über ein Klassenprojekt, das von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft ausgeschrieben wurde, konnte man für die ganze Klasse freien Eintritt zur Eurotier gewinnen.Selbstverständlich hat auch unsere Klasse, das BGJ Landwirtschaft, an diesem Projekt teilgenommen. Wenige Tage nach der Beendigung des Projekts wurde uns die frohe Botschaft von unserer Klassenlehrerin mitgeteilt. Das BGJ Schweinfurt hat tatsächlich den freien Eintritt zur Eurotier ergattert, ganz zur Freude aller Schülerinnen und der Klassenlehrerin.

Schülerinnen beim Frühstück am DLG-Stand. Abferkelbucht. Herr Götz bei der Tierkörperbeurteilung.

Gut gelaunt und mit vollem Rucksack brachen dann die angehenden Landwirte am Freitag, den 18. November 2016, um 4:45 Uhr, in aller Herrgottsfrühe von Schweinfurt auf nach Hannover. Das BGJ teilte sich dabei einen Doppeldeckerbus mit der 11. und 12. Jahrgangsstufe der Landwirte. Mit Oberthulba und der Raststätte Rhön gab es zwei zusätzliche Zustiegsmöglichkeiten.

Nach gut vierstündiger Fahrt kam die große Gruppe schließlich in Hannover an und legte die letzten Meter bis auf das Messegelände zu Fuß zurück.

Auf der Messe angekommen teilte sich die große Gruppe in kleinere Grüppchen auf und der Streifzug durch das riesige Areal begann. Natürlich gab es auch Arbeitsaufträge zu erledigen. Dabei galt es verschiedene Fragen rund um die Eurotier auf einem Laufzettel schriftlich zu beantworten. Es sollte z.B. der Futtermischwagen mit dem größten Behältervolumen ausfindig gemacht werden.

Pünktlich um 10:30 Uhr fanden sich dann alle Schüler der 10. Jahrgangsstufe auf Einladung der DLG an deren Stand ein, um eine kostenlose Stärkung zu sich zu nehmen. Schließlich war ein Frühstück, neben den Eintrittskarten, ein weiterer Bestandteil unseres Gewinns.

Mit gut gefülltem Magen ging die Entdeckungstour weiter durch die riesigen Hallen der Eurotier, wobei es schier unmöglich schien alle Stände an einem Tag zu besichtigen. Da dieser Freitag der letzte Tag der Messe war und das Wetter einen eher bescheidenen Eindruck machte, hielt sich auch die Besucherzahl an diesem Tag in Grenzen.

In Sachen Tier und Fütterungssysteme fand man auf der Eurotier alles, was der Markt derzeit zu bieten hat. Außerdem reichte das Ausstellungsspektrum von der Gülletechnik bis hin zu Buchführungshilfen für tierhaltende Landwirtschaftsbetriebe.

Voll mit gewonnenen Eindrücken und schweren Beinen trat die dennoch gut gelaunte Truppe gegen 18:00 Uhr die Rückfahrt nach Schweinfurt an. Die Freude über die angetretene Rückreise währte allerdings nur für eine kurze Zeit, da es unmittelbar nach Hannover zu einem Stau auf der A7 wegen eines Unfalls gekommen war. Dies hatte zur Folge, dass der Busfahrer schließlich mit einer zweieinhalbstündigen Verspätung die Ziellinie in Schweinfurt an der Berufsschule überfuhr.

Lässt man dies außer Acht, war es ein sehr informativer und in vielerlei Hinsicht lehrreicher Tag in Hannover. Besonders bedanken möchten wir uns bei der DLG, die uns über das Projekt freien Eintritt gewährte und eine leckere Mahlzeit bescherte. Außerdem gilt Frau Schilling unser Dank, die uns zu dem Eurotierprojekt angeregt hat, sowie Herrn Weidner und Herrn Götz als Begleitperson zu dieser Fahrt nach Niedersachsen.

Text: Christian Brosch, BGJ
Bilder: Janice Weßel und Max Scharbert, BGJ und StR T. Weidner

Fahrt zum ZLF 2016

Bierkutschengespan der Augustinerbrauerei. Zwei Schüler mit Rasenmäherbulldog. Mähdrescher der Firma Class.

Alle vier Jahre muss sich das Oktoberfest die Münchner Theresienwiese mit dem bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest – kurz ZLF – teilen. Interessierte Münchner, Landwirte, und die, die es noch werden wollen, strömen in Scharen auf das ZLF, um dort das neuste aus der Landtechnik zu begutachten. Hat Claas etwas an seinen Traktoren verbessert? Ist der neue Lely–Fütterungsroboter wirklich so gut wie alle sagen?

Um diese und weitere Fragen zu beantworten brachen die angehenden Landwirte unserer Schule am Mittwoch, den 21.09.2016, um kurz nach fünf Uhr von Schweinfurt in Richtung München auf. Mit von der Partie waren die 11. und 12. Klasse Landwirtschaft sowie eine zwei Klassen der Berufsschule Ochsenfurt.

Vollzählig und ohne Zwischenfälle kam die muntere Truppe gegen halb zehn in der Landeshauptstadt an und legte die letzten Meter zur Theresienwiese in der gnadenlos überfüllten U-Bahn zurück.

Auf dem ZLF angekommen ging es dann meist in Dreipersonengruppen weiter. Ziel war es einen während der Busfahrt oder bereits vorher festgelegten Arbeitsauftrag zu erfüllen. Im Wesentlichen ging es um das Sammeln von Informationen zu bestimmten Geräten, Maschinen, etc., zum Beispiel am Stand der Firma Claas zur Erntetechnik. Später müssen wir dann diese Informationen aufbereiten und zu Referaten oder Berichten ausarbeiten.

Allerding war auch die Angst vor Anschlägen auf dem ZLF deutlich sichtbar: Es schlenderten weit weniger Leute durch die weitläufigen Gassen als in den Vorjahren. Trotzdem wurde viel geboten: Vorstellungen von reinrassigen Zuchttieren, das neueste in Sachen Stall- und Hallenbau sowie das aktuellste, was die Landtechnikbranche zu bieten hat: vom neuen Case Optum 300, über einen Vervaet Gülleselbstfahrer, bis hin zum Fendt Vario 1050 waren alle Hersteller mit ihren Innovationen vertreten.

Um 18:30 Uhr wurde zum Rückzug geblasen, der Busfahrer war ausgeruht und konnte wieder Richtung Heimat starten. Ankunft in Schweinfurt war um kurz vor 22:00 Uhr abends, was sich auch am Folgetag im Unterricht bemerkbar machte – zerknautschte Gesichter von Schülern, die um 23:00 Uhr erschöpft ins Bett fielen und um 6:00 Uhr ungnädig von ihrem Wecker in die Realität zurückgeholt wurden. Da wäre ein späterer Unterrichtsbeginn toll gewesen.  

Ungeachtet dessen war es ein informativer und lehrreicher Ausflug nach München. Ein besonderer Dank gilt hierbei dem Bayerischen Bauernverband, der den größten Teil der Kosten trug. Außerdem bedanken wir uns bei Frau Schilling, Herrn Weidner und den anderen Begleitpersonen, die uns auf dem ZLF weitestgehend freien Lauf ließen und es uns dadurch ermöglicht haben, genau die Stände zu besuchen, die für uns interessant waren.

Text: Maximilian Groenen, BGJ
Bilder: André Hartlaub, BGJ und T. Weidner

Landwirte unterwegs – Ausflug zur KWS-Zuchtstation nach Seligenstadt

Vortrag von Frau Dr. Wießner. Felderbegehung mit Herrn Ritter.

Das BGJ und die 11. Klasse Landwirtschaft des Beruflichen Schulzentrums Alfons Goppel Schweinfurt wurden im Nachgang zu den DLG Feldtagen nach Seligenstadt eingeladen. Dort betreibt die die Firma KWS eine Zuchtstation, an der neue Sorten auf ihre Eignung für den Anbau in unserer Region geprüft werden. Wir fuhren am Dienstag, den 05.07.2016, früh gemeinsam mit dem Bus von Schweinfurt nach Seligenstadt. Dort angekommen wurden wir von Herrn Ritter empfangen und bekamen erst einmal allgemeine Informationen über die Zuchtstation, wie zum Beispiel, wie viele Leute dort arbeiten, welche Aufgaben diese haben, wie verschiedene Arbeiten erledigt werden und natürlich auch mit welchen Gerätschaften die Ernte erfolgt.

Es folgten weitere Sachinfos zu Zuchtmethoden, Markttendenzen etc. von Frau Dr. Julia Wießner. Im Anschluss an die Vorträge führten uns die beiden über die Zuchtstation. Neben der großen Werkstatt, den Auswertungslaboren und dem Fuhrpark (mit speziellen Kleinparzellenmähdreschern) wurden uns auch die Büroräume gezeigt.

Nach der Führung gab es ein echt leckeres Mittagessen. Danke!

Danach stand der interessanteste Teil, eine Feldbegehung, mit einer Bestandsbeurteilung der Sorten der verschiedenen Kulturpflanzen an. Hierzu wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und konnten so Mais, Getreidearten und Zuckerrüben begutachten. Die Versuchsparzellen bestehen jeweils aus verschiedenen Sorten unter verschiedenen Anbaubedinungen, z.B. flache gegen tiefe Bodenbearbeitung, unterschiedliche Düngung, frühere oder spätere Saat,  … . Die Mitarbeiter der Firma KWS nahmen sich viel Zeit und beantworteten uns unsere viele Fragen sehr genau. Besonders im Mais fanden wir die Entwicklung von Hybridsorten anschaulich dargestellt.

Bei der Zuckerrübenernte ist ein spezieller 3-Reihen-Vollernter im Einsatz. Gleich auf den Feld werden der Zuckergehalt und wichtige lnhaltsstoffe ermittelt. Das ist wichtig, um zu wissen welche Eigenschaften verbessert werden müssen. Wir alle fanden den Ausflug sehr informativ und interessant. Außerdem erhielten wir eine Einladung ins KWS Hauptwerk nach Lochow. Erst einmal vielen Dank für den tollen Tag, und vielleicht „klappt“ es ja.

Text: Lisa Wirth, L 11
Bilder: Firma KWS und Alexander Schmitt (BGJ)

Die internationalen DLG-Feldtage in Mariaburghausen – ein Muss für jeden Landwirt – wir waren dabei

Führung durch verschiedene Maissorten. Maiskolben mit verschiedenfarbigen Körnern. Roboterfahrzeug beim Umkrautjäten im Mais.

Unser alljährlicher Besuch bei den regionalen Feldtagen des Erzeugerringes für Pflanzenbau wurde im heurigen Jahr „ersetzt“ durch den Besuch der internationalen DLG Feldtage in der Nähe von Haßfurt am 15.06.2016. Dass angehende Landwirte sich bei dieser internationalen Schau der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion und Produktionstechnik mit über dreihundert renommierten Ausstellern Informationen aus erster Hand holen, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Auch deshalb, weil diese Feldschau doch seit über zwanzig Jahren wieder einmal in Bayern und noch dazu „vor unserer Haustüre“, auf dem Hofgut Mariaburghausen stattfand. Zwar war wegen des langanhaltenden Regens und des tiefen Schlamms bestes Schuhwerk bzw. hohe Gummistiefel angesagt aber das tat den BGJlern mit ihren Praxismeistern und den Schülern der Fachstufe keinen Abbruch.

Der Vormittag war organisiert mit Besuchen bei der DLG selbst, anschließend bei der Firma KWS und der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Bayern.

Früh zur Eröffnung der Ausstellung begrüßte uns von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) Herr Alexander von Chappuis. Er gab einen kurzen Abriss zur DLG selbst, ihrem Gründer Max von Eyth und die Beweggründe für solche Ausstellungen: nämlich die Möglichkeit des Zusammentreffens von Anbietern landwirtschaftlicher Produkte (wie Saatgut, Pflanzenschutz und auch Landtechnik) mit ihren Kunden, den Landwirten. Gegenüber herkömmlichen Ausstellungen zeigen diese Feldtage realitätsnah auf vielen hunderten Parzellen den züchterischen Fortschritt bei verschiedensten Früchten wie Getreide, Mais, Zuckerrüben u.a. Landtechnik Firmen führten ihre neuesten Errungenschaften vor. Das Spektrum reichte von der Bodenbearbeitung, der Dünge- und Pflanzenschutztechnik bis hin zum Einsatz von Drohnen und Feldrobotern.

Bei der Firma KWS und anderen Pflanzenzuchtfirmen konnten wir auf vielen verschiedenen Versuchsparzellen Mais- Zuckerüben- und Getreidesorten sehen, die in ihrer züchterischen Ausrichtung nicht nur auf Ertragssteigerung zielen, sondern dort fanden sich auch Pflanzen, die in ihrer Genetik besser mit den Änderungen des Klimas zurechtkommen, z. B. Weizen, der mit weniger Wasser auskommt oder den „Hitzestress“ besser übersteht oder dem zunehmenden Krankheitsdruck wiedersteht.

Zum Teil ungewöhnliche Pflanzen und Pflanzenmischungen zeigte die Bayerische Landesanstalt für Pflanzenbau (LfL) auf ihren Demonstrationsflächen. Ein wichtiges Thema dabei war u. a. der Anbau alternativer Energiepflanzen wie Silphie, Sida oder Riesenweizengras u. v. m. Frau Andrea Sobczyk von der LfL erklärte uns, dass diese Pflanzen zwar nicht den höchst energiereichen Mais verdrängen werden, diese Pflanzen sind aber notwendig für eine nachhaltige Landwirtschaft und eine vielfältigere Fruchtfolge.

Ein weiteres wichtiges Thema der LfL war die Demonstration zum Erhalt alter Pflanzenarten und Sorten. Mit jeder Verbesserung in der Zucht von hochertragreichen Pflanzen gehe ein Teil des für die Zukunft dringend benötigten Genpools verloren, so die Fachfrau der LfL. Für die Landwirtschaft ist es auch eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe diese genetische Vielfalt bei allen Pflanzen zu erhalten. Denn „mit nur wenigen hochgezüchteten Pflanzen können wir die Herausforderungen der Zukunft wie z. B. dem Klimawandel nicht entgegentreten“. Ihr Appell: „Wir brauchen die Biodiversität auch in einer hochmodernen Landwirtschaft!“

Feldroboter bei der Wartung. Führung über das Gelände durch Herrn Alexander Chappuis.

Das Bodenprofil, das uns Herr Thomas Hetterich vom Bodengesundheitsdienst vorführte und erklärte,  zeigt viele Besonderheiten des Standortes in Mariaburghausen auf. Die über zwanzigjähre pfluglose Bestellung aber konventionelle Bewirtschaftung hat sich sehr positiv auf das Bodenleben ausgewirkt. So arbeiten über viermal mehr Regenwürmer in den Böden als auf nur gepflügten Flächen.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Und viele von uns nutzten die Gelegenheit, sich über neueste Technik z. B. bei der Gülleinjektion, GPS gesteuerte Lenksysteme bei Schleppern mit  Düngerstreuern oder Pflanzenschutzspritzen zu informieren oder den Einsatz und die Verwendung von Drohnen in der modernen Landbewirtschaftung zu  bestaunen. 

Eine Besonderheit war auch die sogenannte Field Robotic Challenge: Hier zeigten Studenten von verschiedenen Universitäten ihre selbst entwickelten Feldroboter. Sie steueren völlig autonom durch Maisreihen und bringen punktuell und zielgenau Pflanzenschutzmittel nur auf Ackerbeikräuter aus. Wir waren uns einig: Es muss noch einiges an Entwicklungsarbeit an den Geräten geleistet werden, um solche kleinen Helfer in der Landwirtschaft praktisch einzusetzen. Aber in naher Zukunft werden solche oder ähnliche Geräte mit verbesserter Technik auf unseren Höfen zu sehen sein - im Sinne einer schonenden und nachhaltigen Landwirtschaft.

Schüler wie Praxismeister waren – trotz der schlammigen Angelegenheit – von diesem absolut interessanten und informativen „Unterrichtstag“ begeistert. Er war wieder ein kleines Highlight in unserer Ausbildungszeit.

Text und Bilder: Wolfgang Lechner, StD

Bodenkundelehrfahrt 2016 – BGJ auf großer Fahrt

Lesen der Bodenschätzungskarte. Ferkel im Arm einer Schülerin.

Am 15.03.2015, um 8:00 Uhr morgens, trafen wir uns am Wendehammer vor unserer Berufsschule, um dann zusammen nach Einraffshof bei Schondra, Euerdorf und Ramsthal zu fahren. Ziel der Lehrfahrt waren Höfe unserer Mitschüler, um dort deren Betriebe zu besichtigen und gemeinsam mit unserem Lehrer Bodenprofile zu beurteilen.

Zuerst fuhren wir von Schweinfurt über 50 km nach Norden, nach Einraffshof. Dass dort mit 8 °C die Jahresdurchschnittstemperatur fast ein Grad kälter ist als in Schweinfurt, merkten wir gleich als uns beim Aussteigen ein kalter Wind um die Ohren pfiff.

In Einraffshof haben wir auf dem elterlichen Milchviehbetrieb unseres Mitschülers Felix das Bodenprofil einer Wiese angeschaut. Vom Bodentyp her handelte es sich um einen Pseudogley mit einer Grünlandzahl von 33-35 Punkten. Das bedeutet, dass es sich um einen Boden mit einer mittleren natürlichen Ertragsfähigkeit handelt. Diese wird mit einem Punktesystem von 12 (schlechter flachkrumiger Boden, wie teilweise in den Höhenlagen der Rhön) bis etwa 100 Punkte (beste Lössböden, wie mancherorts südwestlich von Schweinfurt) eingeteilt. Der Bodentyp Pseudogley drückt aus, dass es sich um einen Standort handelt, der zeitweilig unter Staunässe leidet und deshalb nicht für alle Ackerkulturen geeignet ist.

Nach der Beurteilung des Bodens bekamen wir eine Führung über das gesamte Hofgelände, was sehr interessant war, da der Betrieb gerade dabei ist seinen Milchviehstall zu erweitern.

Vorstellung des Bullenmastbetriebes durch Alexander.

Weiter ging es nach Euerdorf, zum Bullenmastbetrieb unsers Mitschülers Alexander. Anders als in Einraffshof war hier das Bodenprofil eines Ackers vorbereitet. Es handelte sich um eine Parabraunerde mit einer Bodenbewertung von 50-52 Punkten. Parabraunerden zählen zu den fruchtbarsten Böden, können sich aber je nach Ausgangsgestein, wie hier zum Beispiel Muschelkalk, relativ leicht verdichten. Parabraunerden sind für alle Kulturen geeignet.

Nach der Beurteilung des Bodens wurden wir von Alexanders Mutter zu Brötchen und Kuchen mit Getränken eingeladen, worüber wir uns – logisch – sehr freuten.

Anschließend wurden wir durch den neuen Bullenmaststall und die Maschinenhalle geführt, die als ausgesiedelte Betriebsstelle angelegt sind.

In Ramsthal, bei unserem Mitschüler Julian, haben wir uns ein weiteres Ackerbodenprofil angeschaut. Der Boden war dem in in Euerdorf ähnlich, jedoch konnten wir bei der Fingerprobe auch einen geringen Feinsandanteil feststellen. Deshalb war der Boden etwas wasserdurchlässiger als am vorigen Standort. Ausgangsgestein war auch hier Muschelkalk, der sich vor Jahrmillionen großflächig in unserer Region als Rückstand von Meerestieren, abgesetzt hat.

Die sich anschließende Führung durch den Bio-Ferkelerzeugerbetrieb war ein weiteres Highlight unserer Tour. Auch hier wurde expandiert und der bestehende Stall erweitert und erneuert. Ziel ist es das freie Abferkeln der Sauen zu ermöglichen, um so ein Maximum an Tierwohl zu erreichen.

Sicher und zuverlässig brachte uns Herr Linhart, der Busfahrer, früher selbst Landwirtschaftslehrer an unserer Schule, nach Schweinfurt zurück. Die Bodenkundelehrfahrt mit den Betriebsbesichtungen war sehr interessant. Lehrreich war vor allen Dingen, wie ein Bodenprofil angelegt sein soll, wie die verschiedenen Bodentypen bestimmt werden und welche Eigenschaften sie haben.

Text: Uli Alexander Bader (BGJ)
Bilder: Alexander Schmitt (BGJ)

Landwirte in Hannover auf der Agritechnica

Feldhäcksler der Superklasse. Systemschlepper.

Am 14.11.2015 war es wieder so weit: alle drei Landwirtschaftsklassen unserer Schule besuchten die große landwirtschaftliche Fachmesse in Hannover. In diesem Jahr war die Agritechnica mit ihren fast 3000 Landtechnikausstellern in 23 Hallen das Ziel.

Am frühen Morgen um 4:45 Uhr starteten wir mit dem Bus und machten uns, nachdem wir am Pendlerparkplatz Oberthulba und der Raststätte Rhön die restlichen Schüler abgeholt hatten, auf den Weg in Richtung Niedersachsen. Trotz Stau und dichtem Verkehr vor dem Messegelände kamen wir gegen 10:30 Uhr an und konnten unseren Messerundgang starten.

Die Messe bot in diesem Jahr wieder viele Neuheiten aus verschiedensten Bereichen der Landtechnik. So haben einige Hersteller verstärkt neue Konzepte gezeigt, die eine bessere Kraftübertragung von Großtraktoren möglich machen sollen. Das waren unter anderem Raupenlaufwerke auf der Hinterachse und ein neues System zur Regelung des Reifeninnendruckes das mit einem „Reifen im Reifen“ arbeitet. Ein Hersteller von Futtererntetechnik zeigte in diesem Jahr die weltweit erste Maschine, die direkt auf dem Feld aus Stroh oder Heu Pellets herstellen kann. Dieses Verfahren soll zum einen den Einsatz in Futterrationen vereinfachen und Stroh als Heizmaterial interessanter machen. Das Konzept wurde von der DLG, dem Veranstalter der Messe, mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Am Stand der Innung der Landmaschinenmechaniker konnte man „Werkstatt live“ erleben. Junge Mechaniker zeigten hier unter anderem das Wechseln von großen Schlepperreifen mit modernen Hilfsmitteln.

Zwei Schüler in moderner Schlepperkabine. Historische Schleppertechnik: ein Schlüter System-Schlepper. Zwei Schüler posieren hinter Plakat.

Auf dem Freigelände wurde der DLG-PowerMix-Test für Traktoren vorgeführt, bei dem die abgegebene Leistung und der dafür verbrauchte Kraftstoff grammgenau ermittelt werden. Interessant war hierbei vor allem die Entwicklung dieser Technik, denn neben dem modernen Testfahrzeug war auch der erste Leistungsmesswagen der DLG aus den 60er Jahren ausgestellt. Da wir in diesem Jahr an einem Samstag, dem letzten Messetag, in Hannover waren, konnten wir um 18:00 Uhr das traditionelle „Aushupen“ erleben. Pünktlich zum Ende der Messe wird bei allen ausgestellten Fahrzeugen die Hupe betätigt was in den riesigen Messehallen eine beeindruckende Geräuschkulisse erzeugt.

Letztendlich hat die Messe für jeden interessierten Besucher etwas geboten und so konnten wir zufrieden die Heimreise antreten. Um 19:30 – nach neun Stunden Lenkpause – setzte sich unser Bus wieder in Bewegung. Nach Mitternacht waren dann auch die letzen Schüler am Schulparkplatz ausgestiegen. Ein herzliches Dankeschön geht an Herrn Weidner und Herrn Lechner, die sich wie immer um die Organisation der Fahrt gekümmert haben. Außerdem auch an den Busfahrer, der die fast 700 km so sicher bewältigt hat.

Text: Georg Walter, L 12
Bilder: Georg Walter, L 12 und Markus Gensler, BGJ

Bodenkundelehrfahrt des BGJs Landwirtschaft

Gruppenbild vor großem Schlepper. Ansprache eines Bodenprofils anhand der Bodenschätzungskarte.

Am 12.03.2015 sind die Landwirte der Klasse BGJ-Lw mit ihren Lehrern Wolfgang Lechner und Thomas Weidner auf  Bodenkundelehrfahrt quer durch die Rhön gefahren. Ziel waren vorbereitete Bodenprofile auf Feldern unserer Mitschüler, sowie eine genossenschaftlich betriebene Biogasanlage. Unser Busfahrer war, wie gewohnt, der ehemalige Lehrer Herr Linhart.

Um 8:00 Uhr morgens traf sich der größte Teil unserer Jungbauern an der Berufsschule in Schweinfurt, um dann geschlossen in die Biogasanlage nach Unsleben zu fahren. In der Biogasanlage angekommen haben wir vom zweiten Landrat und Bürgermeister von Unsleben, Herrn Josef Demar, eine Führung über das Gelände bekommen. Zuvor nutze Herr Demar die Gelegenheit um die Vorteile von Biogasanlagen, aber auch von Windkraft- und Solaranlagen für die Landwirtschaft und die Gesellschaft als Ganzes hervorzuheben. Als besonders vorteilhaft würde es sich erweisen, wenn solche Projekte genossenschaftlich organisiert wären und eine Beteiligung für alle, die daran interessiert sind, offenstehen würde. So bleibe Arbeit, Kapital und Wertschöpfung in der Region, die Umwelt wird geschützt und alle ziehen einen Nutzen daraus; Biogasanlagen als nachhaltiger Beitrag zur ländlichen Entwicklung.
Als die Führung vorbei war,  sind wir an den Acker von Familie Jahrsdörfer in Heustreu gelaufen, um ein vorbereitetes Bodenprofil zu begutachten. Die vorgefundene Braunerde war in einem guten Zustand, und erlaubt – für manche überraschend – auch den Anbau von Zuckerrüben in der Rhön.

Um 12:00 Uhr haben wir uns auf den Weg nach Burkardroth zur Familie Schlereth begeben. Nach einer kurzen Betriebsführung durch unseren Mitschüler Dominik, widmeten wir uns dem Bodenprofil. Die Unterschiede der Böden – zwischen dem Profil in Heustreu und hier in Burkardroth – waren jetzt deutlich sichtbar. Hatten wir in Heustreu noch eine Braunerde mit über 70 Bodenpunkten, sahen wir jetzt eine Parabraunerde einer 45er-Bonität.

Schüler hält sich die Ohren zu wegen des Lärms im Motorraum der Biogasanlage. Herr Lechner und Schüler auf dem Fermenterhochsteg. Herr Lecher im Bodenprofil.

Unsere letzte Station war der Betrieb unseres Mitschülers Marius Farnung. Er führte uns über den Hof und erklärte die Weideführung ihrer Mutterkuhhaltung. Die Familie hat die größte Gelbviehherde in Deutschland und wirtschaftet nach den Kriterien des ökologischen Landbaus.
Nach der Betriebsbesichtigung fuhren wir mit dem Bus zu dem ausgehobenen Profil auf Grünland. Der Unterschied zu den beiden Ackerprofilen zuvor war sehr gut sichtbar, z.B. an der dunkleren Farbe der obersten Bodenschicht. Diese kommt von der Humusanreicherung, die für Grünland typisch ist.

Wir haben uns über die Bodenkundelehrfahrt sehr gefreut, da es eine Abwechslung zum fachtheoretischen Unterricht war und man vieles besser verstehen kann, wenn man es „in echt“ sieht. Es macht auch einfach Spaß, einmal nicht den ganzen Tag auf Stühlen zu sitzen. Interessant war neben den Bodenprofilen, die verschiedenen Betriebszweige der Landwirtschaft zu sehen.

Text: Angelina Fischer (BGJ)

Berufswettbewerb der Landwirte am BSZ

Gruppenfoto mit den besten Teilnehmern und den Ho­no­ra­ti­o­ren. "Action" in der Holzwerkstatt.

Am 05.02.2015 fand der diesjährige Berufswettbewerb der Landwirte statt. An vier Stationen wurden den Schülern der drei Landwirtschaftsklassen unterschiedliche Aufgaben gestellt, die in vorgegebener Zeit zu lösen waren. Die erste Station war eine 75-minütige Theorieprüfung, in der sowohl unser Allgemeinwissen als auch unsere Kenntnisse in der Landwirtschaft abgefragt wurden. Zum Beispiel wurde nach Spezialitäten und Sehenswürdigkeiten aus vier europäischen Ländern oder nach den Bauteilen eines Pfluges gefragt.

Unser rhetorisches Können durften wir in Form eines Kurzreferates beweisen. Mit Hilfe verschiedener Präsentationsmittel (Präsenter, PowerPoint, …) wurden kurze Vorträge gehalten, entweder zum Thema „Smartphone in der Landwirtschaft“ oder „Wohnen auf dem Ausbildungsbetrieb – Vor- und Nachteile für den Auszubildenden“.
An den beiden anderen Stationen ging es praktischer zu: zum einen sollten 20 Futtermittel, Sämereien oder Werkstoffe bestimmt, zum anderen als handwerkliche Aufgabe Klemmbretter hergestellt werden. Dafür mussten zwei Seiten eines vorbereiteten Brettes mit Japansägen gerade zugeschnitten werden. Die Federklammer für die Unterlagen wurde mittels Blindnieten befestigt, darüber ein Lederstreifen als Kugelschreiberschlaufe festgetackert. Um unser Smartphone immer griff- und einsatzbereit zu haben, klebten wir zusätzlich vorgefertigte Handytaschen auf.

Angestrengte Schüler beim theoretischen Prüfungsteil. Schüler und Prüfer beim Referat. Schülerin beim Sägen in der Holzwerkstatt. Schüler bei der sensorischen Prüfung eines Futtermittels.

Nach der Auswertung der Punkte durch die Prüfer fand am frühen Nachmittag die Siegerehrung statt. Dazu waren auch einige Vertreter aus Politik und Verbänden angereist. Begrüßen konnten wir Herrn Landrat Florian Töpper, der extra für uns eine Sitzung in die Abendstunden verschoben hatte, den stellvertretenden Landrat aus dem Kreis Rhön-Grabfeld, Peter Suckfüll, die Regierungsschulrätin Christine Hildebrandt, den Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes Manfred Kraus, Konrad Klein, den Kreisobmann des Landkreises Schweinfurt sowie die Kreisbäuerin Sieglinde Fackelmann.

Rückblickend war der Tag recht kurzweilig. Der Wettbewerbsgedanke stand dabei nicht immer im Vordergrund, sondern wurde zeitweise verdrängt vom persönlichen und fachlichen Austausch zwischen Teilnehmern und Prüfern.

Den elf Besten dieses Vorentscheides, die im März beim Bezirksentscheid antreten werden, wünschen wir viel Erfolg für ein Weiterkommen zum Landesentscheid!

Text: Eva Lindner, L 12

Landwirte auf der EuroTier in Hannover

Blick auf die Messestände von der Galerie aus. Schüler streicheln Kuh.

Am 14.11.14 fand, wie jedes Jahr im November, eine Lehrfahrt der Landwirtschaftsklassen BGJ-Lw, L 11 und L 12 statt. Unser Ziel war in diesem Jahr die EuroTier in Hannover, welche mit über 2.300 Ausstellern weithin als weltgrößte Fachmesse für Tierhaltung bekannt ist.

Bereits um 4:45 Uhr morgens trafen sich die ersten Schüler auf dem Schulparkplatz. Leider traf der Bus jedoch erst mit etwa einer halben Stunde Verspätung ein. Nachdem die restlichen Schüler am Pendlerparkplatz Oberthulba und der Raststätte Rhön zugestiegen waren, ging es auf der Autobahn in Richtung Hannover weiter. Trotz der morgendlichen Verspätung konnten wir schon um 9:20 Uhr auf dem Parkplatz des Messegeländes aussteigen und unseren Tag auf der Messe beginnen. Zu sehen waren in den 16 Hallen verschiedenste Produkte rund um den Bereich Tierhaltung. Von Abferkel- und Schweinemastställen über Hygiene- und Reinigungsprodukte bis hin zur Gülleausbringtechnik war für jeden interessierten Besucher etwas geboten. Hersteller für Güllebehälter, Fahrsilos oder Getreidelageranlagen zeigten ihr Angebot. Sogar ganze Rinderställe waren zu bewundern, wenn auch nur als Modell. In einzelnen Hallen waren sogar lebende Tiere zu besichtigen. Im Freigelände konnte man das Trennen von Schweinegülle in flüssige und feste Bestandteile, das sogenannte Separieren, sehen (und vor allem riechen).
Auch zu neuen Bereichen der Tierhaltung, wie z. B. der Aquakultur, waren Aussteller auf der Messe. In verschieden Foren wurden aktuelle Fragen von Fachleuten diskutiert.

Neben der Tierhaltung waren auch erneuerbare Energien, insbesondere Biomasse, ein Thema der Messe. Hierzu waren im Freigelände Forstgeräte und Maschinen zur Herstellung von Hackschnitzeln und Holzpellets ausgestellt. Auch Biogastechnik wie Beschickungsgeräte, mit denen das Substrat in die Anlage eingebracht wird, oder verschiedene Bauarten von Rührwerken waren zu sehen. Einen eigenen Bereich nahmen die Blockheizkraftwerke ein, in denen das Biogas verbrannt wird und so Strom und Wärme gewonnen wird.
Hochleistungs-Kühe auf der Ausstellung. Modernes Ferkelnest-der durchsichtige Deckel ermöglicht eine einfache Kontrolle der Ferkel. Schüler mit Werbegeschenken.

Von großem Interesse waren für einige Schüler offensichtlich auch die zahlreichen Werbegeschenke der Firmen, denn manch einer kam schwer bepackt zurück zum Treffpunkt.

Pünktlich um 18:30 Uhr waren wieder alle Schüler am Bus eingetroffen und die Heimreise wurde angetreten. Um 22:45 Uhr traf der Bus wieder am Schulgelände ein. Ein herzlicher Dank geht an Herrn Lechner und Herrn Weidner, die sich wie jedes Jahr um die Organisation und Durchführung der Fahrt gekümmert haben, sowie an unseren Busfahrer, der die morgendliche Verspätung sicher und gut aufholen konnte.

Text: Georg Walter, L 11
Bilder: StR Thomas Weidner
 

Böden erkunden und beurteilen – Bodenkundelehrfahrt des BGJs am 20.03.2014

Herr Warmuth erklärt den Anbau von Körnerfenchel. Mit einer Größenvergleichstafel werden die Meerrettichwurzeln in Qualitätsstufen eingeteilt. Freundlicher Empfang am Pferdehof Fuchsberger.

Pünktlich zum Frühlingsanfang am 20. März fand die diesjährige bodenkundliche Lehrfahrt des BGJs Landwirtschaft statt. Unsere Ziele waren alle im Landkreis Rhön-Grabfeld. Um 8:00 Uhr trafen wir uns an der Schule, beluden den Bus mit Spaten, Bodenkarten, pH-Meter, Bodensonde und Gummistiefeln und begaben uns auf die diesmal fast einstündige Fahrt in Richtung Rhön.

Auf dem Weg zum ersten Betrieb erklärte uns Herr Lechner anhand einer ausgeteilten Karte Unterfrankens, die geologischen und klimatischen Besonderheiten dieser Region: die Lage im Regenschatten der Rhön, des Spessarts und des Steigerwaldes führt zu eher trocken Standortbedingungen.
Um die restliche Fahrtzeit sinnvoll zu nutzen, hatte Herr Lechner spontan eine Rapspflanze gepflückt, die wir gemeinsam beurteilten und das aktuelle Wachstumsstadium bestimmten.
Auf dem Betrieb unseres Mitschülers Alexander Warmuth in Junkershausen angekommen, wurden wir von seinen Eltern erwartet und begrüßt. Zuerst erklärte uns Alexander gemeinsam mit seinem Vater die Betriebszweige und die Entwicklung des Betriebes. Dies sind im Wesentlichen der Marktfruchtanbau (Zuckerrüben, Getreide, Mais) sowie der Anbau von Sonderkulturen wie Körnerfenchel, Meerrettich, Weißkohl, Rotkohl, Karotten und Kartoffeln. Anschließend besichtigten wir die Sortierung und Aufbereitung der Meerrettichstangen, sowie das Lager für die Ableger, die im nächsten Jahr wieder eingepflanzt werden. Nachdem uns Herr Warmuth noch die Funktion des Setzgerätes für Meerrettichstangen erklärt hatte, ging es zum ausgehobenen Bodenprofil. Hier trafen wir einen mittleren bis guten Ackerboden an, dessen A-Horizont bis 25 cm Tiefe reicht. Ab einer Tiefe von 100 cm konnten wir bereits das Ausgangsgestein (also den C-Horizont) sehen. Der Bereich dazwischen ist der Mineralboden (B-Horizont) oder auch Unterboden. Hier waren viele rötliche Flecken, welche aus Eisenoxid bestehen. Der Boden war also eisenschüssig. Etwas tiefer, dicht über dem C-Horizont konnten wir blau-graue Einlagerungen erkennen, die sich fast wie Knetmasse anfühlten. Hierbei handelte es sich um Ton, der mit Aluminiumoxid vermischt war und dadurch seine bläuliche Färbung erhielt. Die Untersuchung des Gehaltes an freiem Kalk im Boden mit verdünnter Salzsäure zeigte eine heftige Reaktion. Es ist also sehr viel freier Kalk im Boden vorhanden. Außerdem konnten wir feine Rillen im Bodenprofil erkennen. Diese entstehen durch die Abwaschung von Tonteilchen nach unten, der sogenannten Pseudovergleyung. Diese Teilchen bilden tief im Boden eine dichte, wasserundurchlässige Schicht, welche Staunässe verursacht. Das war hier ab ca. 1,2 m Tiefe der Fall. Mithilfe der Bodenkarte ordneten wir die Parabraunerde ein und ermittelten die Bodenwertzahl sowie die Ackerzahl.
Jan streichelt ein Pony. Herr Lechner sticht das Profil in Stockheim ab, um eine glatte Beurteilungsfläche zu erhalten. Auf der Bodenschätzungskarte zeigt uns Kevin die Lage des Bodenprofils in Oberwaldbehrungen.

Unser nächster Halt war der Pferdehof der Familie Fuchsberger bei Stockheim. Die eigenen Wiesen werden hier zur Beweidung und zur Heugewinnung genutzt, wie uns unser Mitschüler Niklas gemeinsam mit seinem Vater erklärte. Das Futter wird für die 28 Pferde benötigt, fünf davon sind im Stall als Pensionspferde untergestellt. Zusätzlich vermietet die Familie Ferienwohnungen, die im ehemaligen Kuhstall untergebracht sind und Frau Fuchsberger unterrichtet Reiten in der eigenen Halle. Das Bodenprofil hatte Niklas auf einer Weide hinter dem Pferdestall ausgehoben. Eine Besonderheit des Bodens war hier seine Entstehung. Das Gelände entstand einst aus einer Mure, die sich vor tausenden Jahren von den Bergen der Rhön löste und ins Tal rutschte. Durch die hohe geologische Aktivität der Rhön wurden die Gesteinsschichten schräg aufgeschoben. Der A-Horizont des so entstandenen Bodens ist nur wenige Zentimeter stark, was durch die Nutzung als Dauergrünland zu erklären ist. Der darunter liegende B-Horizont ist sehr einheitlich, rötlich gefärbt und war bis in 1 m Tiefe sichtbar. Einen C-Horizont konnten wir nicht erkennen.

Der Boden war bis in tiefe Schichten durchwurzelt und zeigte viele Regenwurmgänge. Herr Lechner erklärte uns, dass dieser Boden einen guten Wasserhaushalt aufweist, aber bei starker Trockenheit nur schlecht Wasser von unten nachliefern kann. Der Boden enthielt wenig freien Kalk, das Ergebnis unseres Schnelltests mit dem Hellige-pH-Meter ergab einen pH-Wert von 5 – 6 (leicht sauer), was typisch für einen Grünlandboden ist. Auch dieser Boden wurde mit Hilfe der Bodenkarte eingeordnet.

Nach einer kurzen Mittagspause machten wir uns auf den Weg zu unserer letzten Station, dem Milchviehbetrieb der Familie Büttner in Oberwaldbehrungen. Dort konnten wir die Baugrube eines Milchviehstalles besichtigen und so selbst tiefe Bodenschichten sehen. Charakteristisch war der extrem hohe Steinbesatz an der Oberfläche. Der A-Horizont liegt hier fast direkt auf dem Ausgangsgestein (C-Horizont) auf. Der B-Horizont entsteht erst durch die Verwitterung des Gesteins, war also kaum vorhanden. Es handelt sich um einen geologisch sehr jungen Boden. In der obersten Bodenschicht konnten wir ein Polyedergefüge feststellen, was auf Verdichtungen schließen lässt. Unser Test zeigte, dass der Boden sehr kalkreich ist, da er aus Muschelkalk entstand. Auf dem Feldstück wurde  Gras zur Futtergewinnung angesät. Der Boden würde sich aber auch gut für den Anbau von Raps, Getreide oder Mais eignen. Kulturen mit hohem Wasserbedarf können wegen des geringen Niederschlages nicht angebaut werden. Nachdem wir mit der Bodenkarte die Bodenpunkte bestimmt hatten, gingen wir zum Hof, wo uns Kevin den Hof anhand des Betriebsspiegels vorstellte. Der Viehbestand setzt sich aus 85 Milchkühen, die im Laufstall gehalten werden, sowie der gesamten weiblichen Nachzucht zusammen. Außerdem wird Ackerbau mit Getreide (auch Dinkel), Raps und  Mais betrieben.

Gegen 16:00 Uhr beendeten wir in Schweinfurt einen kurzweiligen Schultag unter freiem Himmel. Es war sehr interessant die Kenntnisse aus dem Unterricht in der Praxis anzuwenden und, wie Herr Lechner sagt, die Böden „zu erfühlen“. Ein besonderer Dank an ihn und Herrn Weidner für die Organisation, unseren zuverlässigen Busfahrer Herrn Linhart, sowie an alle Mitschüler, die sich bereit erklärten ein Bodenprofil zu graben.

Text: Georg Walter, BGJ
Bilder: Thomas Weidner, StR

 

 


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