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Aus dem Schulleben 2020/2021

„Let’s meet“ – ein gemeinsames Projekt der Musikhochschule Würzburg und dem BSZ


Eindrücke aus dem Musikworkshop. Die Referenten des Musikworkshops. Schüler machen aktiv beim Musikworkshop mit.  

Das zweiteilige Projekt nahm seinen Startpunkt am 13.04.2021. StRin Brigitte Baur stellte in einem ersten Teil den Studierenden der Elementaren Musikpädagogik an der Musikhochschule in Würzburg und deren Leiter Professor Michael Foster das Staatliche Berufliche Schulzentrum Alfons Goppel vor. Dabei zeigte sie die vielfältigen Arbeitsbereiche der Musiklehrerinnen theoretisch und praktisch auf und eröffnete den Studierenden somit einen Einblick in ein potentielles späteres Arbeitsfeld.

Im zweiten Teil des Projektes, der am 24.06.2021 stattfand, besuchten Professor Michael Foster und seine Studierenden das BSZ Alfons Goppel. Die Studierenden erarbeiteten mit den Schülerinnen mehrere musikalische Werke. „Es tut einfach gut so etwas zu machen, gerade jetzt vor den Prüfungen“ bedankte sich eine Schülerin im Nachgang. Eine Studierende freute sich über die neue Erfahrung: „Es ist toll, das so auszuprobieren. Normalerweise arbeiten wir ja eher mit anderen Zielgruppen“. Es war allerdings nicht nur für die Schüler*innen und Studierenden ein spannendes und erfolgreiches Projekt, sondern auch für die anwesenden Kolleginnen. Alle Musiklehrerinnen der Schule nahmen aktiv an dem Event teil.

Es wurde nicht nur musiziert, es gab auch Zeit zum Austausch bei exzellenter kulinarischer Verpflegung. Frau FOLin Gabriele Ebert schaffte mit großem persönlichen Einsatz einen wunderbaren Rahmen, indem Sie nicht nur Kaffee und Kuchen vorbereitete, sondern auch die Tische für die gemeinsamen Mahlzeiten liebevoll dekorierte. Die Gäste zeigten sich hiervon sichtlich beeindruckt. Selbstverständlich wurden zu allen Zeiten die aktuell gültigen Hygieneauflagen eingehalten. Zum Schluss der Veranstaltung waren sich alle Beteiligten einig: dieses Projekt muss wiederholt werden.

Unterstützt wurde das Projekt von europafels e.V., ein gemeinnütziger Verein, der die Anfahrt der Studierenden organisierte und die Kosten für die Corona Selbsttests der Studierenden und das gemeinsame Mittagessen übernahm. Die Initiation und Gesamtorganisation der Veranstaltung oblag Frau StRin Brigitte Baur.


Text und Bild: StRin Brigitte Baur

 

Wir kochen für einen guten Zweck! – Die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung unterstützt die Suppenküche!


Eine Schülerin der Ernährung und Versorgung bereitet das Essen für die Suppenküche vor. Das vorbereitete Essen wird von der "Kindertafel" abgeholt. Bei der Suppenküche - Kindertafel können sich nun bedürftige Menschen eine warme Mahlzeit holen.  

„Essen für alle – wir unterstützen die Suppenküche/Kindertafel“, so lautet die Devise, die die 12. Klasse der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung am Beruflichen Schulzentrum Alfons Goppel ihrem Kochprojekt gegeben hat. Tatkräftig wollten die Schüler mit anpacken und die Suppenküche, die vor einigen Wochen ins Leben gerufen wurde, mit einer leckeren und gesunden Mahlzeit unterstützen.

„Wir sind eine soziale Schule“, so beschrieb Klassensprecherin Anita die Motivation der Klasse für dieses und auch einige andere Projekte. Schließlich unterstützt die Schule eine Vielzahl von sozialen Projekten, z. B. die Partnerschule von Frank Weber in Bolivien.

Aus erster Hand erfuhren die Schüler im Vorfeld durch Herrn Labus, dem Initiator der Schweinfurter Kindertafel, der die Klasse kurz vor dem geplanten Projekt besuchte, von den außergewöhnlichen Anstrengungen dieser Aktion. Eine Vielzahl von ehrenamtlichen Helfern und ein ausgeklügeltes Logistiksystem sorgen im Corona-freien Betrieb dafür, dass mehrere Hundert Kinder ein „gesundes Brot“ mit Obst und Getränk erhalten können. Die SchülerInnen hatten viele Fragen an Herrn Labus, der anschaulich und facettenreich berichtete und sich im Gegenzug auch gerne von den Schülern über die Vielseitigkeit der Ausbildung zur/m Assistenten für Ernährung und Versorgung informieren ließ. Mohsen, Schüler des dritten Ausbildungsjahres führte den Gast - nicht ohne Stolz - durch die Großküche, in der normalerweise die praktische Kochausbildung stattfindet und in der auch das Essen für die Suppenküche zubereitet wurde.

Die Idee, dieses Projekt zu unterstützen wurde möglich, da die Abschlussklasse EuV 12 - die sich zurzeit auf die berufliche Abschlussprüfung vorbereitet - die Arbeit in der schuleigenen Großküche gewohnt ist und normalerweise eine größere Anzahl von Klassen in der hauseigenen Mensa mit frischen und gesunden Speisen versorgt. Nachdem der Mensabetrieb im Moment durch Wechsel- und Distanzunterricht nur bedingt möglich ist, hofften die Schüler, dankbare Abnehmer in der Suppenküche zu finden.

Am Mittwoch, den 24. März, war es dann soweit. Alle packten mit an, damit das würzig duftende Chili con Carne rechtzeitig fertiggestellt werden konnte. Bereits ab 11.00 Uhr konnte das Chili mit Brötchen und Getränk an die ersten Abnehmer ausgegeben werden.

Das Engagement der SchülerInnen war riesig, sie halfen gerne, denn der Satz: „Wir leben Solidarität und reden nicht nur darüber“ ist für sie seit langem eine Selbstverständlichkeit.

So wundert es auch nicht, dass die Klasse bereits neue Pläne für weitere soziale Unterstützungsmöglichkeiten schmiedet.

Text:    Regina Wunram, StDin

Fotos: Cornelia Auer, FOLin, Regina Wunram, StDin

 

Berufsfachschüler qualifizieren sich freiwillig zum Alltagsbegleiter und Unterstützer für haushaltsnahe Dienstleistungen

Ennaya qualifizierte sich freiwillig zum Alltagsbegleiter und Unterstützer für haushaltsnahe Dienstleistungen

Ennaya, die sich im zweiten Ausbildungsjahr an der BFS für Ernährung und Versorgung am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Alfons Goppel Schweinfurt befindet, findet die zusätzliche Schulung perfekt. Sie ist selbst Mutter dreier Kinder, liebt die Ausbildung in der Hauswirtschaft und ist überzeugt: „Als Alltagsbegleiter könnte ich am Tag arbeiten, das wäre vorteilhaft, weil ich selbst Kinder habe. Ich denke, es würde mir Freude machen mit alten Menschen zu arbeiten.“ Sie weiß, wovon sie spricht. Sie ist selbst in einer sehr großen Familie aufgewachsen, ihr Großvater wurde über 100 Jahre alt.

Erstmalig konnten SchülerInnen der Berufsfachschule zusätzlich zu ihrer Ausbildung eine Schulung durch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft für haushaltsnahe Dienstleistungen und Alltagsbegleitung absolvieren und erfolgreich mit einem Zertifikat abschließen.

In 40 Unterrichtseinheiten wurden die TeilnehmerInnen auf Angebote zur Unterstützung im Alltag vorbereitet, um hilfsbedürftige Menschen zu begleiten sowie pflegende Angehörige zu entlasten.

Bei der Unterstützung der Senioren, die durch die Pflegeversicherung finanziert wird, finden die Auszubildenden ein Berufsbild, welches gesellschaftlich immer mehr gebraucht wird.

Die Übernahme von häuslichen Aufgaben dürfte den angehenden AssistentInnen für Ernährung und Versorgung nicht schwerfallen. Hier können sie ihre Erfahrungen aus der Ausbildung einbringen, z. B. beim Kochen, bei der Wäsche- und Raumpflege, beim nachhaltigen Wirtschaften. Neu waren Kenntnisse über die alterstypischen Erkrankungen und die darauf abgestimmten Möglichkeiten der Alltagsbegleitung.  

Ali lernt, wie man mit zu betreuenden Menschen kommuniziert und Gespräche führen kann: „Ich habe früher nicht viel über die Demenzerkrankung gewusst, jetzt weiß ich besser, wie man mit diesen Erkrankten umgehen muss“. Mayas interessieren v. a. alte Geschichten und frühere Erlebnisse. Sie kann gut zuhören und ist überzeugt, dass es für alte Menschen v. a. auch wichtig ist, einen Zuhörer zu haben.

Die Schulung und Fortbildung eröffnet durch die neuen Kompetenzen in jedem Fall zusätzliche Arbeitsmarktchancen, die die frisch gebackenen Helfer für Ernährung und Versorgung ab dem Sommer nutzen können, sofern sie nicht ein drittes Ausbildungsjahr anhängen und die Berufsfachschule als Assistenten für Ernährung und Versorgung abschließen und die Prüfung zum/zur Staatlich geprüften Hauswirtschafter/in absolvieren.

 

Text und Foto: R. Wunram

 

Re Think - Freiheit beginnt im Kopf

Eindrücke aus dem Workshop von MIND Prevention - Re think.

ReThink bietet Workshops für junge, geflüchtete Menschen aus muslimisch und patriarchal geprägten Heimatländern an und hat Schülerinnen und Schüler der Klassen BIK/a und BIK/b zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen.

Ein professionelles Team aus Pädagogen, Soziologen, Psychologen mit muslimischem Glauben und Migrationshintergrund reißt mit kurzen Rollenspielen Tabubereiche an. Sensible Themen wie Geschlechterrollen, Männlichkeit, patriarchalische Strukturen und die Erziehung in der Familie prägen das familiäre Leben der Schüler und erzeugen interkulturelle Spannungsfelder. Durch die Rollenspiele werden die Teilnehmenden zu eigenen, lebhaften Schilderungen animiert und zur Diskussion in der Runde angeregt.

„Ich möchte endlich einmal alleine wohnen, Tee trinken und nicht immer unter den Blicken der gesamten Familie mein ganzes Leben teilen“, so schildert eine junge Teilnehmerin mit Migrationshintergrund ihren lang ersehnten Traum.

Im Kreis ihrer Familie hat dieser Wunsch keinen Raum, sie stößt immer wieder auf völliges Unverständnis und schafft es als Frau kaum, sich aus den patriarchalischen Strukturen zu emanzipieren.

Der Workshop schafft emphatisch und emotional einen Bereich, in dem die Jugendlichen – frei von belastenden Schuldgefühlen gegenüber der Familie und den kulturellen Konventionen - ihre Meinung äußern können, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Die Meinungen der Teilnehmenden, die oft zwischen Tradition und Moderne auseinanderklaffen, werden diskutiert und von den Workshopleitern kritisch in Frage gestellt.

Das Team von ReThink trägt durch die eigene Biographie und Persönlichkeit äußerst authentisch dazu bei, unbegründete Ängste und Schuldgefühle abzubauen und neue Denkanstöße anzuregen.

Ziel der Workshops ist die Mündigkeit in Bezug auf Religion und Selbstbestimmung sowie der Abbau von Radikalisierungstendenzen.

Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales.

 

Fotos: Jessica Quednau

Text: Regina Wunram

 

 

Schülerinnen des BSZ interviewen Preisträgerinnen des Preis Frauen Europas


Verterter der Filmgruppe bei der Preisverleihung in Beyreuth. Die Schüerinnen der Filmgruppe sehen sich eine Präsentation an. Verterter der Filmgruppe bei der Preisverleihung in Beyreuth.  

Am 8. August 2020 reisten die Mitglieder der Filmgruppe Jule Landeck, K10 und Alaa Tahhan S10 gemeinsam mit der die Gruppe leitenden Lehrkraft Sabine Otter nach Bayreuth zum Festival Junger Künstler. Im Rahmen des Festivals fand dort ein Netzwerktreffen der Preisträgerinnen des Preis Frauen Europas statt. Die Schülerinnen erhielten die Gelegenheit mit Preisträgerinnen ins Gespräch zu kommen und diese zu interviewen. Am Abend wurden sie von Frau Sissy Thammer, Intendantin des Festivals, zu einem Konzert eingeladen. Nach dem Besuch des berühmten Festspielhauses Bayreuth traten die Schülerinnen am nächsten Tag ihre Heimreise an. Organisiert und finanziert wurde die Fahrt von dem gemeinnützigen Verein europafels e.V., der durch Brigitte Baur vertreten wurde.

Text und Bilder: Brigitte Baur

 


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