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Schulfilmgruppe gewinnt Förderpreis bei den Filmtagen bayerischer Schulen

Gruppenfoto der Sieger. Diskussionsrunde mit dem Siegerteam.

Der Film „von Menschen, die auszogen ...“ wurde bei den 37. Filmtagen Bayerischer Schulen vom 10. bis 12. Oktober 2014 in Gerbrunn mit dem Förderpreis des Staatsministers für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Ludwig Spaenle ausgezeichnet.
Was ist eigentlich Asyl? Wie läuft ein Asylverfahren ab? Wie geht es Asylbewerbern in Deutschland, die versuchen hier eine neue Heimat zu finden? Diese Fragen brannten der Filmgruppe auf den Nägeln, kam doch im Januar 2014 mit Viktor Lomakin ein neuer Teilnehmer zur Gruppe, der als Schüler des BIJ-V von eigenen Erfahrungen erzählen konnte. Trotzdem blieb vieles offen, denn - so zeigte sich - auch für Betroffene ist vieles am deutschen Asylrecht und damit an ihrer Situation unklar und die Perspektive sowieso ungewiss.

Agnes Popovi, Magdalena Breite und Lena Seifert (Berufsfachschule für Kinderpflege) blieben neugierig und wollten mehr wissen. Daraus entstand die Idee nachzufragen bei denen, die mehr wissen und einen Dokumentarfilm zu produzieren.

Ein halbes Jahr beschäftigte sich die Filmgruppe mit dem Thema Asyl. Recherche und Dreharbeiten führte die Gruppe in Asylbewerberwohnheime in Schweinfurt und Hammelburg, nach Würzburg zur Regierung von Unterfranken und nach Zirndorf ins Erstaufnahmelager. Sie sprachen mit Verantwortlichen, BeraterInnen, Ehrenamtlichen und vor allem mit den Asylbewerbern selbst, denn vor allem sie sollten im Film zu Wort kommen. Auch Viktor, der zunächst nur beim Drehbuch mitwirkte und bei Kamera und Schnitt mitarbeiten wollte, stellte sich schließlich als Protagonist auch vor der Kamera zur Verfügung.
Das Projekt wurde immer umfangreicher. Die SchülerInnen nahmen die Herausforderung an und zogen los, um an Wochenenden und in den Ferien zu drehen. Viele Tage und auch einige Nächte saßen sie im Schulhaus an Schnitt und Vertonung. Entsprechend hoch war die Identifikation mit dem entstandenen Film. So fragte eine Moderatorin bei den Filmtagen ins Publikum: „Wir Schauspieler feiern nach der Premiere ganz wild mit Musik und Tanz. Was habt ihr denn bei der Premiere gemacht, als ihr euren Film das erste Mal als fertiges Werk angeschaut habt?“ Und Agnes antwortete: “Wir haben geweint.“

Als Filmemacher ist es immer ungewiss, ob das, was einen selbst beim Filme machen berührt hat, auch beim Publikum ankommt. Entsprechend aufgeregt und gespannt war die Filmgruppe auf die Reaktion der Zuschauer beim Schulfilmfest in Gerbrunn. Die Filmgruppe durfte erleben, dass nicht nur das Publikum von ihrem Film sehr bewegt war, sondern auch von der Jury sehr positiv aufgenommen wurde, die den Film mit dem Förderpreis auszeichnete.

Text: Sabine Otter

Laudatio der Jury bei den 37. Filmtagen bayerischer Schulen in Gerbrunn

„… und wenn Deutschland gewinn, bekommt die Oma 17 Euro“. So erzählen ein Migrantenjunge und seine hiesige „Leih-Oma“ von ihrer besonderen Bekanntschaft und davon, wie das beim Wetten verlorene Geld vom Himmel fällt. Aktuell sind die Medien geradezu überladen von Text- und Filmbeiträgen zur Situation der Geflüchteten in Deutschland.

Häufig offenbaren diese Berichte ihre Hilflosigkeit, Menschen in prekären Umständen zu zeigen, ohne sie vorzuführen. Wie kann dann einer Schule die Dokumentation einer so vielschichtigen, bedrückenden Thematik gelingen?

Die Filmgruppe des BSZ Alfons Goppel in Schweinfurt hat es auf folgende Weise realisiert: Kontakte herstellen, intensiv recherchieren, aufmerksam zuhören, den Protagonisten Zeit geben, ob sie überhaupt vor der Kamera sprechen möchten, aussagekräftige Bilder finden, z.B., wie ein junger Mann eine gerettete Zimmerpflanze vorstellt, verschiedene Perspektiven zueinander in Beziehung setzen und nicht zuletzt eine kommentierende Sprache finden, die der Sache gerecht wird.

Schlichtweg Glück hatte die Gruppe damit, dass einer aus ihren Reihen die Lage bestens kennt (denn er selbst ist Asylbewerber) und den Mut hatte, hinter und vor die Kamera zu treten. Wie er selbst sagt, macht genau das „den Abstand klein, zwischen Deutschen und Asylbewerbern“.

So entsteht ein lebendiger Film, der den Ablauf eines Asylverfahrens erklärt, von Kindern berichtet, die vor einer Tagesstätte anstehen, von der Schwierigkeit ausfindig zu machen, wo genau Unterfranken aufhört und vom Gefühl, keine Aufgabe zu haben, der davon erzählt, was Arbeits- und Ausbildungsverbot und was Warten und Langeweile sein kann. So wird für jeden Zuschauer überzeugend deutlich, was Residenzpflicht heißt und was es bedeutet anerkannt zu werden.

Die Filmgruppe des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Alfons Goppel Schweinfurt erhält den Förderpreis des Staatsministers für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle.

Interview mit Viktor Lomakin

Viktor Lomakin, 24 Jahre, Schüler der Berufsintegrationsklasse am Staatl. BSZ Alfons Goppel Schweinfurt, Mitglied der Filmgruppe der Schule erzählt von seinen Erfahrungen bei der Filmarbeit zum Film „von Menschen, die auszogen ...“.

Ich komme aus der Ukraine, bin in Deutschland seit März 2013 und in der Berufsintegrationsklasse im zweiten Jahr.

Ich bin in die Schule gekommen und und habe gedacht, hier muss man schreiben und Bücher lesen. Ich hatte nicht erwartet, dass man an einer normalen Schule Filme machen und mit Kamera arbeiten kann.

Ich bin Puppenschauspieler und Film habe ich noch nie gemacht. Das war neu für mich und hat mich interessiert und dann bin ich in die Filmgruppe gegangen. Ich habe durch die Filmgruppe viele Leute kennen gelernt und ich habe Freunde gefunden.

Ich habe viel gelernt. Ich habe gedacht, Filme machen ist ganz leicht. Einfach wie mit Handy Film machen. Aber dann habe ich verstanden: das ist nicht so einfach. Jede Kleinigkeit ist wichtig. Die Kamera hat Funktionen, die man wissen muss. Ich muss genau wissen, wo ich die Kamera hinstellen muss, welchen Bildausschnitt ich wählen muss, was ich dem Zuschauer zeigen will.

Mit der Kamera kann ich 100 Bilder machen, aber ich muss mir genau überlegen, welches Bild passt am Besten zu meinem Thema.

Beim Film kann man viel erfahren und sich selbst entwickeln. Das ist eine gute Chance für uns. Es gibt ein Team und jeder hat eine Aufgabe. Das ist wie bei einem Uhrwerk, jedes Teil ist wichtig.

Die Filmgruppe hat sich für einen dokumentarischen Film entschieden. Das war für mich sehr interessant, weil man da Fakten sammelt und genau überlegt, wie man diese Fakten dem Zuschauer zeigen kann.

Dokumentarfilm ist anders als Spielfilm. Ich muss ich gehen und draußen Kontakt machen.

Einen Dokumentarfilm zu machen, das ist wie ein Abenteuer. Wir überlegen, was wir filmen wollen und dann gehen wir raus und dann finden wir etwas, das genau zu unserem Thema passt und das Adrenalin steigt und wir müssen schnell sein und schnell reagieren. Das hat leider nicht immer geklappt. Manchmal hat es geklappt und da war wirklich ein tolles Gefühl.

Wir haben einen Film über Asyl gemacht. Für mich war der Film wichtig. Ich verstehe die Asylbewerber ganz genau, weil ich bin selbst Asylbewerber. Mir war es wichtig zu zeigen, wer Asylbewerber sind und wer ich bin. Ich habe mich selbst gezeigt. Ich wollte am Anfang nicht so viel zeigen, aber ich habe verstanden, dass es wichtig ist, um den Abstand zwischen Asylbewerbern und Deutschen kleiner zu machen. Viele wissen nicht, wer Asylbewerber sind oder haben Angst.

Ich wollte zeigen, dass wir ganz normal sind, nichts Schlimmes. Deshalb wollte ich auch einen Film machen, der gute Gedanken bringt und Spaß macht.

Wie ein Asylverfahren genau abläuft, das habe ich selbst erst durch den Film verstanden. Das hat mir vorher keiner erklärt.

Gespräch aufgezeichnet von Sabine Otter; der Text wurde als Beitrag im Programmheft der 37. Filmtage aufgenommen.

 

Filmgruppe des Staatlichen BSZ Alfons Goppel erneut erfolgreich mit dem Film „arme kinder reiches land“


Sonderpreis "Heimat" bei der Jufinale Unterfranken 2011

Schülerinnen zusammen mit Landrat Harald Leitherer und Oberbürgermeister Sebastian Remelé

Die Filmgruppe war am 29. Und 30. Oktober mit der Dokumentation „arme Kinder, reiches Land“ bei der Jufinale Unterfranken 2011 in Schweinfurt im Kino KuK vertreten und erlebte ein sehr spannendes und anregendes Filmfest, das Einblick in die junge deutsche und französische Filmszene gab. 70 Filme waren eingereicht worden, wovon 54 gezeigt wurden – ein breites Spektrum mit Trickfilmen, Spielfilmen, Dokumentationen und Musikfilmen.
Wir konnten Kontakte mit jungen unterfränkischen FilmerInnen und französischen Filmgruppen aus dem Calvados knüpfen bzw. wieder aufleben lassen. Neben den Filmvorführungen und Filmgesprächen gab es am Sonntagvormittag die Möglichkeit an workshops teilzunehmen. Unsere Schülerinnen lernten beim workshop „Schminken und Maske“ sich gegenseitig täuschend echte Schnitt- und Schusswunden zu schminken.
Der Höhepunkt war natürlich die Preisverleihung am Abend.
Wir freuten uns sehr, dass die Jury unseren Film für einen der zehn Förderpreise ausgewählt hatte, den Sonderpreis der Jury: „Heimat“.

Laudatio von Volker Hensel (Bayerischer Rundfunk) zum Sonderpreis "Heimat"

"Industrie und Kunst" - mit diesen Prädikaten schmückt sich unsere Gastgeberstadt Schweinfurt gerne. Klar, in der öffentlichen Wahrnehmung will jede Stadt gut da stehen, Schweinfurt macht da keine Ausnahme. Wer Kunst fördert, dem geht es gut, der hat keine Probleme, der kann sich sogar schöne Künste leisten.

Doch es gibt auch die Kehrseite der Medaille. Und die wird gerne unter den Teppich gekehrt – wohlweislich überall im Lande, nicht nur in Schweinfurt. Das ist die Schattenwelt, diejenige, der auf Hartz IV angewiesenen allein erziehenden Mütter, der Langzeitarbeitslosen, der Rentner, die nach 45 Arbeitsjahren auf eine Grundsicherung angewiesen sind. Diejenigen, die in immer größerer Zahl bei den "Tafeln" und Suppenküchen Schlange stehen, die bei der Caritas oder dem Roten Kreuz in der Wäschekammer nach was anzuziehen suchen. Diejenigen, die nicht mal mehr Kraft haben "Occupy Wall Street" zu rufen. Diejenigen, für die in Zeiten, wo sich Rettungsschirme für Zocker-Banken und Verschwender-Länder auf Billionen Euro hochhebeln, keine fünf Euro für ein warmes Mittagessen vorhanden sind.

Diese Kehrseite unserer Heimat zeigt die bemerkenswerte, eindringliche Dokumentation "Arme Kinder, Reiches Land" der Berufsfachschule Alfons Goppel in Schweinfurt. Sie gibt den oftmals unverschuldet Armen nicht nur eine Stimme, sie behandelt sie auch mit Respekt, nimm diese Menschen und ihre Sorge ernst. Die Schülerinnen der BFS haben sich der Kehrseite der Medaille in ihrer Heimatstadt angenommen, haben diese "Dark side of the moon" beleuchtet. Ein Problem das am Beispiel Schweinfurt freilich nur stellvertretend für die soziale Kälte in diesem Land dargestellt wird. Dass die Doku dabei vielleicht ein wenig lang geriet und etwas mehr Kürze noch mehr Würze bedeutet hätte, hat dennoch nicht verhindert, dass die Jury einstimmig den Sonderpreis "Heimat", verbunden mit 150 Euro Preisgeld der BFS Alfons Goppel für "Arme Kinder, Reiches Land" zuerkennt.

Förderpreis bei den 34. Filmtagen bayerischer Schulen in Gerbrunn

Die strahlenden Gewinner.

Von Januar bis August 2011 arbeitete die Filmgruppe unserer Schule an der Produktion von „arme kinder reiches land“. Der Film greift die Diskussion um „Kinderarmut in Deutschland“ auf und geht der Frage nach, wie „Armut“ in einem reichen Land aussieht.
Der Kurzfilm wurde neben 27 weiteren Filmen verschiedener Schulen für das Hauptprogramm vom 14. bis zum 16. Oktober nominiert und im Rahmen des Festivalprogramms präsentiert.  Nachdem das fachkundige Publikum die Schülerproduktionen angesehen hatten, erläuterten die Filmgruppen ihre Beiträge. Neben der Auszeichnung zum Landessieger bestand die Möglichkeit einen der zwölf Förderpreise zu erhalten. 
Meryem Hussain, Yasmin Hussain, Natascha Allard und Manuela Endres vertraten die Filmgruppe unserer Schule und konnten am Ende der Filmtage voller Stolz einen der Förderpreise entgegen nehmen.
 
Hier die Laudatio der Jury zu „arme kinder reiches land“  vom Beruflichen Schulzentrum Alfons Goppel Schweinfurt.
 
„Wie ist es, wenn man arm ist? Wer möchte gerne darüber reden, dass er arm und bedürftig ist? Und wie ist es, vom Staat Sozialleistungen zu empfangen? Und was ist, wenn dieses Geld nicht reicht? Und wer möchte zu diesem Thema ein Interview geben?
 
Die Schülerinnen aus Schweinfurt bekamen auf ihre Anfragen zu Interviews nicht nur positive Bescheide. Nicht alle reden gern über Armut. Dafür gehen die Antworten, die sie erhalten, unter die Haut.
 
Da berichtet eine junge Mutter, welche Wünsche sie ihrem Buben gerne erfüllen würde und was sie ihm gerne ersparen würde. Sie freut sich über die preisgünstigen Angebote der Schweinfurter Tafel. Manche wollen nicht erkannt werden, wenn sie vor der Kamera von ihrem Leben erzählen. Ganz offen und sachlich berichtet aber ein Mitarbeiter vom Diakonischen Werk über die Folgen der Hartz IV Gesetze, über die Bevölkerungsgruppen, die es besonders trifft und über die Vorurteile, die damit verbunden sind, wenn man Sozialleistungen in Anspruch nimmt. Aber gerade diese Zusammenstellung von ganz unterschiedlichen Aspekten gibt diesem Film über Armut in einem reichen Land die beklemmende Intensität.
 
Eine außergewöhnliche Leistung der jungen Filmerinnen besteht darin, ihren Interviewpartnern viel Sicherheit gegeben zu haben. Daher öffnen sich diese und erlauben einen Blick in ihr Leben, der nicht unbedingt hoffnungsvoll stimmt.
 
Der Film beginnt mit Szenen auf einem Markt, gedreht von Kindern der Partnerschule in Bolivien. Die Frage bleibt offen, wer nun wirklich arm ist!“
 
 
Text und Bild: Sabine Otter/Filmjury

 


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